Ein Buch philosophiert über Schönheit, eine neue Marke setzt auf Olivenöl aus Palästina und wir schminken uns den Kurz-vor-Sonnenbrand-Look, ganz ohne UV-Strahlen. Hier sind unsere aktuellen Lieblingstrends aus der Beautywelt.
Make-up Trend
Nur nicht rot werden
Sommer, Sonne, Sonnenbrand? Das ist längst passé, schließlich lernen die Kids von heute schon auf Skincare-Tiktok, dass Sonnenschutz das allerwichtigste Fläschchen ist, das im Badezimmerschrank stehen muss. Und dass dieser jeden Tag – ja, auch wenn’s bewölkt oder November ist – auf Gesicht, Hals und Dekolleté aufgetragen wird. Den Kurz-vor-Sonnenbrand-Look, den man sich an heißen Sommerferientagen nach zu langem Nichtstun an der prallen Sonne einfängt, vermissen wir trotzdem. Mit flüssigem und festem Blush in der gesamten Farbpalette von Zartrosa bis Dunkelrot kann man diesen auf Wangen und Nase zaubern. Ganz ohne gefährliche UV-Strahlen und jederzeit abwaschbar.

New Brand
Kraft & Widerstand
„Als Kind sah ich zu, wie meine Großmütter, Fatima und Ghazali, ihr Haar und ihre Haut mit Olivenöl einrieben und dabei Geschichten von sonnenbeschienenen Hainen und dem heiligen Boden Palästinas flüsterten“, sagt Gina Dirawi. Aus diesen Erinnerungen entstand Zëiyt, die Beauty-Marke der schwedisch-palästinensischen Sängerin und Moderatorin. Die ersten beiden Produkte tragen darum die Namen ihrer Großmütter: „Fatima’s Nocturne“ – ein Öl für Kopfhaut und Haar – und „Ghazali’s Touch“ – ein Öl für Körper, Nägel und Haare. Hauptzutat: handverlesene Oliven von uralten palästinensischen Bäumen, von denen einige über 3’000 Jahre alt sind. Gina reiste selbst nach Palästina, um die Bauernfamilien zu besuchen, die Zëiyt beliefern. Der Olivenbaum dient als Zeichen des Widerstands und der Resilienz: Er wurzelt tief und wird mit dem Alter stärker. Nach wie vor bleibt Olivenöl eines der wichtigsten Exportgüter Palästinas, obwohl OlivenbäuerInnen im Westjordanland immer wieder Opfer von Gewalt und Angriffen werden.
zeiyt.com

Book
Sei Bellissima!
Wer entscheidet eigentlich, was schön ist? Das Patriarchat, unsere Augen, die Miss Italia Wahl? Fotografin Carla Rossi sammelt die Antworten in ihrem Bildband „Bellissima“, für den sie eine Miss-Italia-Teilnehmerin von Casting bis Vorentscheidungen begleitet und dokumentiert. Ihre visuelle Sprache deckt einiges auf. Schönheit ist ein erlerntes Spektakel, das zum Großteil darauf basiert, zu performen und anderen zu gefallen – Fernsehteams, Publikum, Männern und sich selbst. Das Gute an dieser ernüchternden Erkenntnis? Erstens: grandiose Fotografien von Carla Rossi. Zweitens: Wenn Schönheit so sehr konstruiert ist, dann kann sie auch de- und rekonstruiert werden, sprich: Nach neuen und eigenen Standards definiert und erweitert werden, weg von der ewigen Performance. Carla Rossi, Jurgen Maelfeyt, Giorgia Bach „Bellissima“, Art Paper Editions, 160 Seiten, ca. 40.—, artpapereditions.org, carla-rossi.com



Hair Trend
Wellengang
Meerwasser ist ein Zaubertrank. Den man nicht trinken, sondern nur äußerlich anwenden soll, versteht sich. Besser als jedes ausgeklügelte Produkt kann Salzwasser die Haut reinigen und entlockt selbst dem glattesten Haar sanfte Wellen. Wenns doch kein Urlaub am Strand sein soll: Salzwasser-Haarspray geht zur Not auch, um die geliebten Beach Waves zu formen.

We Love
Sweet Like Candy
Wichtige Regel für alle, die gerne eine Skincare-Brand gründen wollen: Bei den Inhaltsstoffen bitte minimalistisch bleiben, bei der Verpackung dafür umso mehr die Kreativität fließen lassen. Diesen Ansatz verfolgten auch die Gründerinnen von Glowery. Sie hatten genug von endlosen Skincare-Routinen und setzen darum auf Inhaltsstoffe, die die Hautbarriere stärken, sodass es gar nicht erst zu Irritationen kommt. Serum, Balsam, Glazing Milk und Co. kommen dafür in skulpturalen und bunten Behältern daher, die so schön farbig und dekorativ sind, dass man sie gar nicht entsorgen möchte. Gut, sind sie rezyklierbar.







