Die Mailänder Fashion Week Herbst/Winter 2026/27 zeigte sich mit der selbstbewussten Energie, für die die Stadt bekannt ist. Mailand sucht selten nach leiser Zurückhaltung. Seine Stärke liegt in Präzision. Bei den besten Looks der Woche wurde schnell klar: Es ging kaum darum, sich an feste Vorstellungen davon zu halten, was Mode sein sollte. Dennoch bleiben Handwerkskunst und Sinnlichkeit das unerschütterliche Fundament der italienischen Mode.
Tailoring bildete das Rückgrat vieler herausragender Looks. Bei Tod’s wurde alltägliche italienische Eleganz durch makelloses Leder und strukturierte Silhouetten verfeinert. Max Mara bestätigte erneut seine Autorität im Bereich Outerwear, während Emporio Armanis entspannte Anzüge einmal mehr die beständige Kraft des weichen italienischen Tailorings zeigten.
Sinnlichkeit kam – wenig überraschend – genau dort zum Vorschein, wo man sie erwartet. Gucci und Dolce & Gabbana spielten mit provokativem Minimalismus und körpernahen Silhouetten, während Ferrari Kleidung zeigte, die sich wie eine zweite Haut bewegt. Roberto Cavalli steigerte das Drama mit transparenten Stoffen und fließenden Silhouetten und bewies damit, dass Italiens Sinn für Verführung und Glamour ungebrochen ist.
Ein Gefühl jugendlicher Energie zog sich durch die Woche, jedoch nie auf eine schüchterne oder naive Weise. DesignerInnen experimentierten mit Unschuld, aber mit Selbstbewusstsein: verspielte Silhouetten, Prints und Farben tauchten in Kollektionen von Moschino bis N°21, Onitsuka Tiger und – etwas überraschend – auch bei Ermanno Scervino auf. Selbst wenn der Look mädchenhafter wirkte, blieb immer eine gewisse Souveränität spürbar. Die italienische Mode versteht dieses Gleichgewicht – Jugend nicht als Zerbrechlichkeit, sondern als Selbstsicherheit. Süße kommt in Mailand immer mit Haltung.
Anderswo setzten Designer auf Textur und visuelle Opulenz. Etros vielschichtige Prints und Pelzmäntel brachten eine bohemische Pracht auf den Laufsteg. Prada hingegen blieb seiner intellektuellen Herangehensweise an Weiblichkeit treu und balancierte zarte Elemente mit bewusst kontrollierten Silhouetten.
Zusammen genommen bestätigten die stärksten Looks der Saison Mailands größte Stärke: Kleidung, die nicht nur beeindrucken soll, sondern Bestand hat. Herbst/Winter 2026/27 jagte keinem Spektakel hinterher. Stattdessen wurden die Codes verfeinert, die italienische Mode ausmachen: Eleganz, Sinnlichkeit und Handwerkskunst, umgesetzt mit selbstverständlicher Sicherheit.
Die Top-Looks der Mailänder Fashion Week Herbst/Winter 2026/27:
Anteprima

Blumarine

Boss

Roberto Cavalli

Dolce & Gabbana

Diesel

Emporio Armani

Etro

Fendi

Ferragamo

Ferrari

Giorgio Armani

Gucci

Antonio Marras

Marni

Max Mara

MM6 Maison Margiela

Moschino

N°21

Onitsuka Tiger

Prada

Ermanno Scervino

Sportmax

Tod’s

Teaserfoto & Looks: © Launchmetrics SpotlightSM
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