Während die meisten „Tech-Fashion“-Designer auf billige Gimmicks setzen, um in den sozialen Medien für Aufsehen zu sorgen – man denke nur an Copernis aufgesprühtes Kleid oder Laufsteg-Roboter, die kaum mehr als Theater sind –, nutzt Kunihiko Morinaga Technologie, um eine ernsthafte intellektuelle Frage aufzuwerfen. Seine Anrealage Frühling-Sommer 2027 Kollektion behandelt Kleidung nicht als statisches Konsumprodukt, sondern als wandelbare, biologische Erweiterung: eine „dritte Haut“.
Morinaga verbindet meisterhaft die natürliche Welt der sich häutenden Reptilien mit der digitalen Fluidität von Gaming-Avataren. Die Kleidung sitzt nicht einfach nur am Körper; sie entwickelt sich auf ihm weiter. Die Silhouetten erweitern sich von Bodysuits, die wie eine zweite Haut sitzen, zu dichter, voluminöser Oberbekleidung, die mit Schuppen, Pailletten und traditionellem Washi-Papier überlagert ist und ständig zwischen organischen und synthetischen Kategorien wechselt.
Der Triumph der Kollektion liegt in sechs Abendlooks, bei denen individuell gesteuerte E-Ink-Schuppen zum Einsatz kommen. Durch den Einsatz von elektronischer Tinte, die ihr eigenes Pigment dynamisch neu anordnet, ohne Licht auszustrahlen, erreicht Morinaga etwas Seltenes: Technologie, die sich eher wie ein lebender Organismus verhält als wie ein leuchtender Bildschirm.
Unsere Lieblingslooks:




Detail:

Genau deshalb funktioniert die Kollektion: Sie ist bewusst und auf wunderschöne Weise beunruhigend. Morinaga lehnt die Oberflächlichkeit ab, die seine Kollegen plagt, und entwirft eine Zukunft, in der Kleidung eine eigene Handlungsfähigkeit besitzt und sich gemeinsam mit dem Träger regeneriert. Es ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie Fashion-Tech aussieht, wenn sie endlich erwachsen wird.
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Teaserfoto & Fotos: © Launchmetrics Spotlight






