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Sängerin Claude Fontaine im Porträt

by Michael Rechsteiner
22.12.2025
in CULTURE
Sängerin Claude Fontaine im Porträt

Eine Piña Colada heilt keinen Herzschmerz. Trotzdem schmeckt das Leben danach ein kleines bisschen süßer. So wirkt auch die Musik von Claude Fontaine. Sie zieht dich in die Ferne und Vergangenheit, an tropische Strände und schummrige Nachtclubs. Auf ihrem zweiten Album „La Mer“ schlägt die Sängerin keine hohen Wellen, sondern zieht uns tief hinab in Kulissen schillernder Exotik. Wie kommt es, dass eine junge Frau aus Kalifornien klingt wie der Bossa-Nova-Adel aus den 1960er-Jahren? Und wie musiziert er sich in einer Welt, in der uns künstliche Intelligenz vermeintlich künstlerische Kreativität unterjubeln will? Wir haben uns mit Miss Fontaine darüber unterhalten.

Plötzlich war er weg. Hatte all seine Sachen gepackt und uns verlassen. Klar, es gab Anzeichen. Die gemeinsamen Nächte, sie waren zuletzt nicht mehr ganz so lang und wild. Jeden Morgen, an dem wir uns gegenseitig in die Augen blickten, strahlte er etwas weniger hell. Und sein Umgang wurde von Tag zu Tag spürbar kälter. Trotzdem sind wir jetzt überrascht von dieser Endgültigkeit. Wie leicht es ihm doch gefallen ist, einfach weiterzuziehen und uns alleine zurückzulassen. Nun ist er also fort, der Sommer. Ohne ein Wort des Abschieds. Und der Herbst glaubt, er könne uns einfach so darüber hinwegtrösten. Schickt uns ein Glas seiner Pumpkin-Spice-Pfütze an den Tisch und zwinkert uns zu. Nein danke, wir sind noch nicht so weit. Wir hören noch immer die Songs von Claude Fontaine. In ihnen schlummern die Erinnerungen an glühende Sonnenstrahlen auf unserer Haut und salzige Küsse im Meer. Denn jeder Sommer braucht einen Soundtrack. Er ist die Ansichtskarte, die wir ans eigene Herz schicken, damit jene heißen Tage und lauen Nächte unvergessen bleiben. Glaubt man den Streaming-Zahlen, war der ultimative Song im Sommer 2025 „Ordinary“ von Alex Warren. Wir hören rein und denken: Zumindest gibt der Songtitel eine gesunde Selbsteinschätzung ab. „Ordinary“ ist ein Hit für Menschen, die den Sommer lang LinkedIn-Beiträge verfassen und Mineralwasser trinken. Doch wer Claude Fontaine in der Dauerschleife laufen hat, weiß, welcher Rum beim ersten Date im Mai am schönsten im Bauch kribbelt – und mit welchem man danach die Trennung im September wieder wegschwemmt.

Bei der Musik von Claude Fontaine ist Fernweh vorprogrammiert.

ALTE SEELE, NEUE UFER

Die Reise beginnt mit „Vaqueiro”, dem ersten Song von Claudes zweitem Album „La mer“. Innert Sekunden fühlt man sich wie im Schatten des Zuckerhuts. Es erklingt die Cuíca, jene Sambatrommel, deren Jaulen wie der Ruf wilder Dschungeltiere klingt. Die Percussion treibt geschmeidig voran wie ein Jaguar durchs Dickicht. Und dann zirpt da plötzlich eine helle, zarte Stimme die ersten Zeilen. Als hätte Françoise Hardy ihren Koffer gepackt und Paris für eine Reise durch die Tropen verlassen. Im weiteren Verlauf von „La mer“ schwimmt Claude Fontaine an die Ufer von Jamaika, beispielsweise im melancholischen Reggaestück „Love the Way You Love“. Die Stimme ist jetzt ein gedämpftes Echo, als würde uns Claude das Fernweh aus einer Telefonzelle von Kingston einhauchen. Wie bereits mit dem Debütwerk, „Claude Fontaine“, ist der Sängerin ein Album gelungen, das sich anhört wie der Vinylkisten-Glücksfang auf einem Flohmarkt in der Ferne. Wer so klingt, muss zwischen einem Plattenstapel aus Stan Getz und Lee „Scratch“ Perry aufgewachsen sein. Oder? „Als Kind habe ich Popmusik im Radio gehört, nichts Außergewöhnliches. Aber ich erinnere mich noch ganz genau daran, dass ich als kleines Kind, etwa sechs Jahre alt, in meinem Zimmer zu diesen Liedern mitgesungen habe, sie nachgespielt habe und mir vorgestellt habe, ich würde die Texte in der Schule zu dem Jungen singen, den ich gerade mochte. Meine ersten Erinnerungen an Musik waren ein filmisches, romantisches Hörerlebnis“, verrät uns Claude im Interview.

Ihre ersten musikalischen Experimente unternahm die Künstlerin in ihrer Heimatstadt Los Angeles. Eine Liebesbeziehung führte Claude schließlich nach London. Als diese zu Ende war, verliebte sich die Amerikanerin erneut. Diesmal in die Platten von Honest Jon’s Records, einem kleinen Vinylgeschäft im Stadtteil Notting Hill. Dort stieß die Sängerin auf fremde Sounds, die ihren Horizont für immer veränderten: „Ich war schon immer eine alte Seele und fühlte mich zu Nostalgie und Filmen, Musik, Architektur und Silhouetten der Vergangenheit hingezogen. Ich habe mich in Musik aus Brasilien, Jamaika, Afrika, dem Nahen Osten, eigentlich aus der ganzen Welt, verliebt, während ich jahrelang danach gesucht habe. Ich war fasziniert, besessen, verliebt in die Musik, die ich hörte, und ich bemühte mich, einen Weg zu finden, diese Einflüsse in meine Musik zu integrieren.“

Zurück in ihrer kalifornischen Heimat fand Claude mit dem Produzenten Lester Mendez und dem Plattenlabel Innovative Leisure die perfekten Wegbereiter für ihre musikalische Weltreise. Insbesondere die Zusammenstellung ihrer Begleitband sorgte für den entscheidenden Schub von Authentizität. Die Männer an den Instrumenten, alles schillernde Veteranen ihres jeweiligen Fachs: Gitarrist Tony Chin spielte unter anderem für Legenden wie King Tubby und Dennis Brown. Schlagzeuger Airto Moreira begleitete bereits Astrud Gilberto und Miles Davis. Und Bassist Ronnie „Stepper“ McQueen ist Gründungsmitglied der wegweisenden Roots Reggae Band Steel Pulse, später zupfte er auch für Ziggy Marley die Saiten. „Mein Label hat mich mit den meisten Musikern zusammengebracht, mit denen ich singe. Sie haben ihnen meine Demos geschickt und alle haben sehr positiv und enthusiastisch reagiert, sehr zu meiner Überraschung und großen Freude. Ich lerne so viel von diesen unglaublichen, begabten Musikern, mit denen ich das Glück habe, zusammenzuarbeiten. Ihre Erfahrung, ihre Geschichten, ihr Spirit – das ist ansteckend und es ist ein Geschenk, sie kennenzulernen“, schwärmt Fontaine.

CINEMASCOPE AUF VINYL

Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum war Claude Fontaine künstlerisch am Ziel angekommen. Doch die Songs darauf handeln meist vom Abschied. Die Sandburgen der Liebe werden niedergerissen, ihre Ruinen verschwinden im Salzwasser. Doch ihre Inspiration zieht Claude nicht nur aus den traurigen Momenten des Daseins, sondern auch aus den schönen Dingen im Leben: „Ich interessiere mich sehr für Design, Mode, Film, Architektur, Reisen, Kultur und Essen. Das ist für meine Inspiration genauso wichtig wie Musik. Und mein Geschmack ist breit gefächert. Ich bin ständig auf der Suche nach Inspiration und finde Sinn und Bedeutung im Prozess des Entdeckens, da er auch Teile von mir selbst zum Vorschein bringt.“ Diese Entdeckungsreise schlägt sich nicht nur im Klang, sondern auch in der Optik nieder. In jedem Foto wirkt die Künstlerin, als würde sie auf ein „Action!“ aus Federico Fellinis Regiestuhl warten. „Auf jeden Fall sind die visuellen Aspekte für mich entscheidend. Das gehört alles zusammen. Wenn ich schreibe, schreibe ich immer parallel dazu, wie ich mir die visuellen Aspekte ausmale. Fast wie bei einem Film stelle ich mir alles auf einmal vor.“ Dazu passt, dass einem beim Durchscrollen von Claudes Instagram-Feed die Wanderlust packt. Konzerte im Vorprogramm der brasilianischen Psychedelic-Rock-Ikonen Os Mutantes oder des Vintage-R&B Trios Thee Sacred Souls haben Fontaine die Welt bereisen lassen. Auch der Auftritt im Jazzclub Blue Note Tokyo ist ein bisheriges Karriere-Highlight – dort, wo unter anderem bereits Sarah Vaughan, Tony Bennett und Chick Corea performten. Entgegen diesen Erfolgen fühlt sich die Künstlerin im Studio wohler als auf der Bühne: „Live aufzutreten ist meine größte Hürde, da ich vor Publikum sehr schüchtern bin. Das ist meine größte Herausforderung bei meiner Karriere als Musikerin.“ Jeder Sommer braucht einen Soundtrack – und der von Claude Fontaine wird dich deshalb nicht zum Ballermann führen. Als Performerin meistert sie die sanften Momente. Damit verwandelt sich ihre Schüchternheit in Stärke. Und fragt man Claude nach ihren Traum-Venues für zukünftige Konzerte, denkt sie dennoch groß, cineastisch und mit Geschmack: „Das griechische Theater in Taormina, Sizilien. Oder das alte Amphitheater in Ravello. Und das von Carlo Mollino entworfene Teatro Regio in Turin.“

ARTISTIC INTELLIGENCE

Ist der Sommer im Meer versunken, müssen auch dessen Sirenen überwintern. Zur Weihnachtszeit, verrät uns Claude, tanzt sie jeweils zur Suite von „Der Nussknacker“ durchs ganze Haus. Dessen Komponist Peter Tschaikowsky soll einmal notiert haben: „Nur jene Musik vermag zu rühren, zu erschüttern und zu ergreifen, die aus der Tiefe der durch Inspiration erregten Seele des Künstlers fließt.“ Ein schöner Satz, dessen Wahrhaftigkeit derzeit hart auf die Probe gestellt wird. Der Sommerhit 2025 von Alex Warren mag so künstlerisch inspiriert sein wie das „Live, Laugh, Love“-Wandtattoo über einer beigen Couch. Doch immerhin bewegte dazu ein Mensch den Mund im Aufnahmestudio. Das gilt nicht für die inzwischen Millionen von Liedern, die von einer KI ausgehustet werden und auf den Streaming-Plattformen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine vernebeln. Digitale GoldgräberInnen ersetzen die von „Inspiration erregte Seele des Künstlers“ durch sekundenschnelle Prompts und degenerieren Kunst zu Content. Und so wird aus Musikgenuss der bloße Konsum von Hintergrundgeräuschen, die das Ende der Welt begleiten. Nicht ganz so dramatisch sieht es Claude Fontaine. Die Tage für KünstlerInnen aus Fleisch und Blut mit Herz und Seele sind für sie längst nicht gezählt: „Andere Aspekte der KI machen mir mehr Angst als die Vorstellung, dass sie MusikerInnen ersetzen könnte. Ich glaube, dass Musik mehr ist als nur eine sensorische und auditive Erfahrung. Die Person oder Personen hinter der Musik, ihre Geschichten, ihr Leben, ihr Stil, ihre Werte, ihre Sichtweisen – all das ist untrennbar mit dem verbunden, was wir an dem, was wir hören und genießen, so faszinierend finden.“ Deshalb wird Claude auch noch viele Winter lang zu Tschaikowsky tanzen – einem Komponisten, dessen Werk auch die Sehnsucht und Zerrissenheit eines homosexuellen Mannes im konservativen Zarenreich Russlands widerspiegelt. Und sie wird weiterhin zu den Torch Songs von Billie Holiday weinen. Jene Jazzsängerin, die ihre persönlichen Schicksalsschläge und politische Verfolgung in bitteren und doch erhabenen Liebeslieder verarbeitete. Und wir? Schwelgen noch für ein paar weitere Wochen in unseren Sommerliedern. Gesungen von einer Frau, die ihre Stimme erst nach dem Liebeskummer in einem Londoner Plattenladen fand und seither klingt wie eine Künstlerin, die im falschen Jahrzehnt geboren wurde. Und uns genau deshalb zur richtigen Zeit begegnet ist.

LA MER


Musik, zu der man an einer Strandbar dem geheimnisvollen Nebenan eine Zigarette anzünden will: „La mer“ ist das zweite Album von Sängerin Claude Fontaine. Die Amerikanerin haucht sich durch Genres wie Samba, Reggae und Bossa Nova mit lieblich-melancholischer Stimme und ganz viel Chique. Unterstützt wird sie von einer All-Star-Band, deren Musiker bereits für Sergio Mendes und Ziggy Marley den richtigen Ton getroffen haben. Für Menschen mit tropischer Anemoia empfehlen wir eine tägliche Dosis „La mer“, verabreicht per Vinyl und erhältlich beim Musiklabel Innovative Leisure. innovativeleisure.net

Hier bleibst du mit Claude Fontaine up-to-date.

Fotos: © B+, Bliss Braoudakis

Ebenfalls gute Musik und etwas für die Augen liefert das neue Bruce-Springsteen-Biopic.

Tags: Claude Fontaine
Michael Rechsteiner

Michael Rechsteiner

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