FACES Magazin
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Card
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Card
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
FACES Magazin
No Result
View All Result
Home CULTURE

Schweizer Künstlerin Tanja Leuenberger im Interview

by Laura Marta
29.10.2025
in CULTURE
Schweizer Künstlerin Tanja Leuenberger im Interview

Schon seit Kindheitstagen zählt Tanja Leuenberger aka Lionhill die Kunst zu ihren größten Leidenschaften. Damals habe sie sich beim Kreativsein „in eine Parallelwelt hineinversetzt, in der sogar Chaos einen Sinn hatte“. Heute zählen weibliche Ikonen wie Frida Kahlo, Louise Bourgeois, Marina Abramović und Vivienne Westwood zu den Vorbildern der Bernerin. Im Interview erzählt Leuenberger, woher der Name Lionhill kommt, warum Stille sie inspiriert und wie ihr Hintergrund als Sozialarbeiterin ihr Schaffen beeinflusst.

Seit wann bist du künstlerisch aktiv, und wie hat sich deine Leidenschaft entwickelt?

Ich war schon immer ein Mensch, der durch Bilder denkt. Als Kind habe ich stundenlang gezeichnet – Gesichter, Tiere, Fantasiewelten. Ich erinnere mich daran, dass ich mich in diese Parallelwelt hineinversetzt habe, wo alles möglich war und alles einen Sinn hatte, auch das Chaos. Mit der Zeit wurde aus dieser kindlichen Flucht eine bewusste Form des Ausdrucks. Ich begann zu verstehen, dass Kunst für mich eine Sprache ist – eine, die dort weitergeht, wo Worte aufhören. Seit vielen Jahren ist sie mein Begleiter, mein Spiegel, manchmal auch mein Lehrer. 

Du bist Autodidaktin, welche Herausforderungen oder Vorteile siehst du darin?

Autodidaktisch zu arbeiten bedeutet für mich, frei zu sein – aber auch, mit dieser Freiheit umgehen zu lernen. Es gibt keinen Rahmen, keine Regeln, niemanden, der einem sagt, wann etwas „fertig“ ist oder „richtig“. Das kann verunsichern, aber es eröffnet auch unendlich viele Möglichkeiten. Ich lerne durch Experimentieren, durch Beobachtung, durch Scheitern. Ich darf neugierig bleiben, darf Fehler machen und aus ihnen neue Formen entwickeln. Der größte Vorteil ist, dass mein künstlerischer Ausdruck ganz mir gehört. Ungefiltert, unverstellt, ehrlich.

Wie würdest du deinen Stil in einem Satz beschreiben?

Mein Stil bewegt sich zwischen Realismus und Emotion – ein Zusammenspiel aus Dunkelheit und Licht, Intuition und Struktur, Traum und Realität.

Du arbeitest mit Acryl, Öl, Collagen, Digital Art und vielen weiteren Techniken. Was reizt dich daran, immer wieder neue Materialien auszuprobieren?

Ich liebe das Entdecken. Materialien haben für mich eine Seele – sie reagieren, widerstehen, überraschen. Acryl erlaubt mir Spontaneität, Öl schenkt mir Tiefe, Collagen erzählen Geschichten, die über das Sichtbare hinausgehen. Ich sehe jedes Medium als Werkzeug, um einer Emotion Form zu geben. Manchmal beginne ich mit einer Zeichnung, die dann digital weiterlebt, um schließlich als Collage oder Druck auf Stoff ein neues Dasein zu finden. Diese Verwandlung fasziniert mich. Sie spiegelt das Leben selbst – nichts bleibt, wie es war, und genau darin liegt Schönheit. 

Was inspiriert dich aktuell am meisten?

Zurzeit ist es die Stille. Und die Natur. Ich verbringe viel Zeit draußen, beobachte, wie sich Farben verändern, wie Licht auf Wasser tanzt oder wie Wind Spuren in die Landschaft zieht. Diese leisen Momente zwischen Bewegung und Ruhe inspirieren mich zutiefst. Auch Gespräche mit Menschen, emotionale Begegnungen oder innere Prozesse werden oft zu Ausgangspunkten meiner Arbeit. Inspiration ist für mich kein einzelner Moment – sie ist ein permanentes Lauschen.

Woher kommt der Name „Lionhill“?

Der Name kam zu mir in einer Phase, in der ich Mut brauchte. „Lion“ steht für Stärke, aber auch für Verletzlichkeit – ein Löwe ist mutig, doch seine Kraft liegt im Herzen, nicht im Brüllen. „Hill“ symbolisiert für mich einen Ort der Erdung, einen Punkt, an dem man innehält, um Weitsicht zu gewinnen. Zusammen bilden sie eine Art Gleichgewicht: Stärke und Ruhe, Wildheit und Beständigkeit. Und ja – im Grunde ist Lionhill einfach die direkte, etwas plumpe Übersetzung meines Nachnamens Leuenberger. Aber genau das mag ich daran: Es ist ehrlich, unprätentiös und verbindet meine Wurzeln mit meiner künstlerischen Identität.. 

Deine Werke beschäftigen sich oft mit Emotionen, sozialen Themen und Resilienz. Welche Botschaft möchtest du den BetrachterInnen vermitteln?

Ich möchte zeigen, dass Schmerz, Zweifel und Dunkelheit nicht das Ende sind, sondern Teil des Menschseins. Dass man Schönheit auch dort finden kann, wo man sie nicht erwartet. Meine Kunst ist oft roh, direkt und ehrlich – sie spiegelt das Unperfekte, das wir alle in uns tragen. Ich möchte Menschen ermutigen, sich in ihren eigenen Emotionen wiederzufinden, statt sie zu verstecken. Vielleicht ist das meine wichtigste Botschaft: Verletzlichkeit ist kein Widerspruch zu Stärke. 

Dein Schaffensprozess klingt sehr intuitiv. Gibt es Rituale oder Momente, in denen du besonders „in den Flow kommst“?

Ich arbeite am besten früh am Morgen, oft schon um vier Uhr, wenn die Welt noch schläft und alles still ist. Diese Stunden sind für mich magisch – der Kopf ist leer, aber voller Ideen zugleich. Es gibt Momente, in denen ich einfach aufwache, weil etwas in mir ruft: „Jetzt.“ Dann muss ich aufstehen und anfangen, sonst verliere ich den Faden.  Am liebsten arbeite ich zu Hause, in meinem Atelier in einem über hundertjährigen Haus. Dieser Ort gibt mir Ruhe und Kraft – und manchmal habe ich das Gefühl, dass er selbst Teil meiner Kunst geworden ist.  Meistens arbeite ich ohne Musik, manchmal begleitet mich ein Podcast über Spiritualität oder Astrologie, aber oft ist es einfach nur der Klang meiner Gedanken. In dieser Ruhe entsteht mein Flow – ganz natürlich, ohne Druck, wie ein Gespräch zwischen meiner inneren Welt und dem, was durch mich entstehen will. Wenn ich im Flow bin, denke ich nicht mehr. Es fühlt sich an, als würde etwas durch mich malen. In diesen Momenten verschwindet Raum und Zeit. 

Du hast Soziale Arbeit studiert und umfangreiche Berufserfahrung in dem Bereich gesammelt. Wie beeinflusst dieser Hintergrund deine künstlerische Arbeit?

Die Sozialarbeit hat meinen Blick auf das Menschsein geprägt. Sie hat mich gelehrt, zuzuhören, hinzusehen und die Zwischentöne wahrzunehmen. Ich habe mit Menschen gearbeitet, die mit Brüchen leben, und das hat mir gezeigt, wie viel Stärke in Verletzlichkeit steckt. Diese Erkenntnis fließt in meine Kunst: Ich sehe meine Figuren, meine Gesichter nicht als perfekte Abbilder, sondern als emotionale Landkarten. Jede Linie erzählt eine Geschichte von Widerstandskraft, Trauer, Sehnsucht oder Hoffnung. 

Deine Werke enthalten oft Collagen, Fotos oder kleine Botschaften. Wie wählst du diese Elemente aus?

Sehr intuitiv. Ich sammle Fragmente – Worte, Texturen, Farben – wie Fundstücke. Sie liegen manchmal monatelang herum, bis sie plötzlich einen Platz finden. Oft wähle ich etwas aus, das mich emotional anspricht, ohne zu wissen, warum. Erst später erkenne ich, dass es genau das war, was gefehlt hat, um die Geschichte des Bildes zu vervollständigen. Diese Elemente sind wie Erinnerungen – kleine, poetische Hinweise, die den BetrachterInnen Raum für eigene Deutung lassen.

Wie definierst du Erfolg in der Kunst?

Erfolg ist für mich kein messbares Ziel, sondern ein Gefühl. Wenn jemand vor einem meiner Werke steht und innehält, vielleicht sogar berührt ist oder sich wiedererkennt – dann ist das Erfolg. Natürlich freue ich mich, wenn meine Arbeiten ausgestellt oder verkauft werden, aber die wahre Erfüllung liegt im Austausch, im Moment der Verbindung zwischen Werk und Mensch. 

Welche Reaktionen von BetrachterInnen berühren dich am meisten?

Wenn jemand sagt: „Ich fühle mich gesehen.“ – Dann weiß ich, dass etwas Echtes passiert ist. Viele Menschen erzählen mir, dass meine Werke Emotionen in ihnen auslösen, die sie nicht erwartet haben. Das berührt mich tief. Ich glaube, wir alle sehnen uns nach diesem Gefühl, verstanden zu werden, auch ohne Worte.

Gibt es KünstlerInnen, Bewegungen oder Epochen, die dich beeinflussen?

Ich fühle mich mit Künstlerinnen wie Frida Kahlo, Leonora Carrington, Louise Bourgeois, Hilma af Klint, Emma Kunz, Carol Rama, Marina Abramović, Moki Cherry, Cocorosie und Vivienne Westwood sehr verbunden – starke, unabhängige Frauen, die ihrer inneren Stimme gefolgt sind und sich nie den Erwartungen der Welt angepasst haben. Sie alle verkörpern für mich Mut, Tiefe und Authentizität. Mich inspirieren Frauen, die ihre Verletzlichkeit als Kraft verstehen und Grenzen überschreiten – ob in der Malerei, in der Performance oder in der Mode. Ihre Werke sind keine Dekoration, sondern Manifestationen von Freiheit, Intuition und Rebellion. Ich bewundere, wie sie Emotion, Spiritualität und Körperlichkeit miteinander verwoben haben – jede auf ihre eigene Weise. Auch die Surrealisten faszinieren mich, dieses Spiel zwischen Traum und Realität, zwischen Bewusstem und Unbewusstem.
Darüber hinaus berührt mich die Welt der Art Brut, Raw Art und Outsider Art zutiefst – vielleicht auch durch meinen Hintergrund in der Sozialarbeit. Diese Kunstformen sind roh, ehrlich und unmittelbar; sie entstehen oft jenseits akademischer Strukturen, getragen von innerem Ausdruck statt äußerer Bestätigung. Ich empfinde sie als unglaublich kraftvoll, weil sie zeigen, dass Kunst nicht gelernt werden muss – sie will einfach gelebt werden.
Gleichzeitig finde ich in zeitgenössischer Kunst, Digital Art und Street Art immer wieder neue Impulse – alles, was ehrlich, wild und lebendig ist, zieht mich an. 

Seit 2015 bist du auch Hypnotherapeutin – wie bist du darauf gekommen und wie fließt dieser Job in deine künstlerische Arbeit ein?

Ich war schon immer fasziniert vom Unbewussten, von den Schichten hinter dem Offensichtlichen. In der Hypnose geht es darum, Zugang zu diesen inneren Räumen zu finden, dorthin, wo Emotionen entstehen. Kunst funktioniert für mich ganz ähnlich: Sie bringt das Unsichtbare nach außen. Ich arbeite in meiner Kunst oft mit Symbolen, mit Archetypen, mit der Sprache des Unterbewusstseins. Meine Erfahrung als Hypnotherapeutin hilft mir, diesen Prozess bewusst zu gestalten – und gleichzeitig loszulassen, wenn es Zeit ist. 

Gibt es ein Werk, auf das du besonders stolz bist, und warum?

Ja, mein Werk Change within Connessione Profondo – ein farbenprächtiges, großformatiges Bild voller Köpfe, Gesichter und Geschichten. Es ist in diesem Jahr entstanden und markiert einen tiefen, persönlichen Prozess. In ihm steckt alles: Burnout, Neurodiversität, Zweifel, Zerrissenheit und Schmerz. Aber auch Heilung, das Wiederfinden von Vertrauen, von Liebe und innerer Verbundenheit.
Dieses Werk erzählt den Weg vom Auseinanderfallen hin zur Ganzheit. Es ist Ausdruck einer seelischen Reise, in der ich durch Dunkelheit gegangen bin, um Licht zu finden – und die Erfahrung gemacht habe, dass Liebe in ihrer tiefsten Form eine Rückkehr zu sich selbst sein kann. Change within Connessione Profondo steht für mich für Neuanfang und Transformation. 

Was ist dein nächstes großes Projekt als Künstlerin?

Mein aktuelles Herzensprojekt dreht sich um die Verbindung von Kunst und Raum – darum, Kunst nicht nur anzuschauen, sondern in ihr zu leben. Ausgehend von meinem Werk Change within Connessione Profondo entstand die Idee, meine Bilder auf Teppiche zu übertragen. Diese Teppiche sind keine klassischen Wohnobjekte, sondern Kunstwerke, die man betreten, berühren und spüren darf.
Mich fasziniert der Gedanke, dass Kunst in den Alltag einzieht – in Wohnungen, Häuser, Ateliers. Sie liegt am Boden, hängt an der Wand, wird Teil des Raumes und damit Teil des Lebens. Ich möchte Kunst erfahrbar machen, über Material, Farbe und Struktur – als etwas, das Geborgenheit schenkt, Geschichten erzählt und Räume verwandelt. Mein Traum ist es, diese textile Kunst weiterzuentwickeln – Kollektionen zu schaffen, in denen jedes Stück ein Unikat bleibt, voller Bedeutung, Symbolik und Energie. Kunst, die sich ausbreitet wie ein Gefühl.. 

Wenn du nur eine Botschaft an unsere LeserInnen geben könntest, welche wäre das?

Hab den Mut, echt zu sein. Lass dich nicht davon täuschen, dass Stärke immer laut sein muss. Manchmal liegt sie im Flüstern, im Zweifeln, im Aushalten. Schönheit beginnt dort, wo du aufhörst, dich zu verstecken

Tanja Leuenberger

Mit ihren Werken möchte die bildende Künstlerin aus der Schweiz zeigen, dass „Schmerz, Zweifel und Dunkelheit nicht das Ende sind, sondern Teil des Menschseins“ – das tut sie mit ganz unterschiedlichen Techniken wie Acryl, Öl, Collagen und Digital Art. 

Im Lionhill-Fieber? Auf Tanjas Website findest du weitere Informationen, ihren Shop und mehr.

Du willst mehr von kreativen Frauen lesen? Hier findest du unser Interview mit Gestalterin Laura Karasinski.

Fotos: © Tanja Leuenberger

Tags: LionhillTanja Leuenberger
Laura Marta

Laura Marta

VERWANDTE ARTIKEL

„Wuthering Heights“ und 12 weitere modische Höhepunkte des Historienkinos
CULTURE

„Wuthering Heights“ und 12 weitere modische Höhepunkte des Historienkinos

Zürich in die Zukunft: Game Changer Founder im Interview
CULTURE

Zürich in die Zukunft: Game Changer Founder im Interview

CHANEL Next Prize 2026: Zehn Künstler mit Rückenwind
CULTURE

CHANEL Next Prize 2026: Zehn Künstler mit Rückenwind

Der FACES Guide für Winterthur
CULTURE

Der FACES Guide für Winterthur

Load More

POST GALLERY

Black Street StyleBlack Street Style

FACES FASHION EDITORIALS

THE BREWERY by BRIGITTE AESCHBACH

KEYWORD SEARCH

Arket (27) Balenciaga (24) Beauty (27) Berlin (26) Bottega Veneta (33) Calvin Klein (30) Cartier (27) Chanel (72) COS (32) Diesel (21) Dior (51) Dolce & Gabbana (21) Editorial (43) Emporio Armani (24) Etro (23) Falke (39) Fashion (130) Fashion, (28) Fashion Week (34) Fashion Week Fall/Winter 25/26 (22) Fendi (29) Ferragamo (30) Fotografie (23) Gucci (70) Guess (24) Hermès (27) homepage (81) Hotel (21) Interview (94) Isabel Marant (27) Jimmy Choo (28) Louis Vuitton (63) Max Mara (39) Miu Miu (26) Prada (58) Saint Laurent (24) Sportmax (26) SS26 (25) Swarovski (26) Travel (23) Uhren (34) Versace (29) Wolford (22) Zara (24) Zürich (83)
  • Kontakt
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • FACES Card
  • ADVERTISING & COOPERATION

© 2025 FACES MEDIA GROUP

de-ch
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Card
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum

© 2025 FACES MEDIA GROUP