Du brauchst deinen Schönheitsschlaf? Catarina Dahlin und ihr Mann Andreas Lenzhofer haben 2016 mit dem Schweizer Nachtwäsche- und Sleep-Tech-Brand Dagsmejan ein Unternehmen gegründet, das diesen neu denkt. Ihr Ziel: uns allen die Nachtruhe zu ermöglichen, die wir verdient haben. Im Interview erzählt Dahlin, wie ihre persönlichen Erfahrungen mit Jetlag und unruhigem Schlaf sie zu den wissenschaftlich getesteten Edel-PJs inspirierten und warum die Thematik mehr ist als nur ein Lifestyle-Trend.

Zwischen Schweden und der Schweiz, zwischen Wissenschaft und Design
Dagsmejan ist ein schwedisches Wort, das sich auf die letzten Tage des Winters bezieht, wenn die Wärme der Sonnenstrahlen den Schnee zum Schmelzen bringt. Ein Gefühl, das die gleichnamige Marke auch mit ihrer smarten, in Europa hergestellten Pijamas vermitteln will. Denn während andere noch vom Erfolg träumen, hat die schwedisch‑schweizerische Gründerin Catarina Dahlin zusammen mit ihrem Partner Andreas Lenzhofer längst ein Rezept gegen unruhiges Umherwälzen im Bett entwickelt. Seit 10 Jahren sorgen sie nun dafür, dass wir jede Nacht eine ordentliche Mütze Schlaf bekommen.
Die Marke, die seit 2021 auch die Schlafqualität der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft optimiert, arbeitet mit SomnologInnen, TextilwissenschaftlerInnen und MedizinerInnen zusammen. Das um Nachtwäsche zu entwickeln, die Komfort und Erholung optimal unterstützt, indem sie sich an die physiologischen Bedürfnisse des Körpers anpasst und so unter anderem für eine ausgewogene Schlaftemperatur sorgt. Etwas, worauf noch viel zu wenig Wert gelegt wird, wenn man bedenkt, dass der Mensch ein Drittel seines Lebens im Bett verbringt – also bei einer 75-jährigen Lebensdauer rund 25 Jahre. Dass die Idee auf Resonanz stößt, merkt man auch an den Zahlen: 2024 hat Dagsmejan einen Umsatz von 14 Millionen Franken gemacht – so werden sie die 50 Millionen, ihre Zielsumme für das Jahr 2030, wie im Schlaf knacken.

Dagsmejan in Zahlen
Und nicht nur den SchweizerInnen liegt etwas an ihrer Nachtruhe: Das Unternehmen mit Sitz im Zürcher Kreis 1 hat 200.000 Menschen in über 100 Ländern und 20.000 Städten auf 6 Kontinenten erreicht. Laut einer Auswertung der Financial Times aus dem Jahr 2023 gehört Dagsmejan somit zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen der Schweiz.
Im Interview spricht Gründerin Catarina Dahlin, die 2023 den renommierten SEF.WomenAward als Jungunternehmerin des Jahres erhalten hat, über die Herausforderungen beim Aus-dem-Boden-Stampfen eines noch nie dagewesenen Produktes, die Rolle wissenschaftlicher Forschung und darüber, wie man als CEO lernt, Perfektion loszulassen – ohne das große Ziel aus den Augen zu verlieren.
Von der ersten Idee bis zum zehnjährigen Jubiläum
FACES: Welche persönliche Erfahrung mit schlechtem Schlaf war der Auslöser für Dagsmejan – erinnerst du dich an den Moment, in dem aus der Idee eine konkrete Business-Entscheidung wurde?
Catarina Dahlin: Der Auslöser war weniger ein großes Schlafproblem als eine schleichende Erkenntnis. Während meiner Zeit in Asien bin ich fast monatlich zwischen Asien und Europa gependelt. Irgendwann habe ich gemerkt, wie sehr unruhiger Schlaf – vor allem durch Jetlag – meine Energie, meine Stimmung und meine Präsenz beeinflusst.
Ich habe funktioniert, aber nicht immer wirklich gelebt. Und genau dieser Unterschied hat mich nachdenklich gemacht. Schlaf ist kein Nebenthema, sondern die Basis für alles andere.
Das war kein einzelner Moment, sondern ein Prozess. Ich habe begonnen, mein Leben bewusster auf langfristige Gesundheit auszurichten. Fast fünf Jahre später ist daraus Dagsmejan entstanden.
F: Du hast vor Dagsmejan viele Jahre in verschiedenen Ländern im Marketingbereich gearbeitet: Was hast du aus dieser Corporate-Zeit mitgenommen, dass dir beim Gründen am meisten geholfen hat, und was musstest du dir komplett abgewöhnen?
CD: Ich habe in meiner Corporate-Zeit extrem viel gelernt – in sehr unterschiedlichen Branchen und Kulturen, immer in dynamischen, leistungsorientierten Umfeldern.
Was mir bis heute hilft, ist Struktur: Teams aufbauen, Prozesse denken, Verantwortung übernehmen und auch in komplexen Situationen ruhig bleiben. Gerade als Gründerin bringt diese Erfahrung viel Stabilität. Was ich mir abgewöhnen musste, war mein Hang zur Perfektion. Am Anfang wollte ich alles zu Ende denken, bevor ich den nächsten Schritt mache. Ich habe lernen müssen, früher loszugehen, auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Manchmal lernt man nur, indem man startet.
F: Du bist in Schweden aufgewachsen, lebst und arbeitest heute aber in der Schweiz. Wie prägen diese beiden Kulturen deinen Blick auf Themen wie Arbeit, Erholung und Stil?
CD: In Schweden bin ich mit dem Gefühl aufgewachsen, dass man alles erreichen kann, solange man bereit ist, dafür zu arbeiten. Ganz nach Pippi Langstrumpf: „Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich völlig sicher, dass ich es schaffe.“
Gleichzeitig legen wir in Skandinavien viel Wert auf Gemütlichkeit, auf ein Zuhause und eine Schlafumgebung, in der man sich wirklich wohlfühlt. Dieses Bedürfnis nach Geborgenheit begleitet mich bis heute. Die Schweiz hat mich auf eine andere Weise geprägt. Nach vielen Jahren in Großstädten wie London, Brüssel oder Bangkok hat mich das Leben hier wieder näher zur Natur gebracht. Ich habe gemerkt, wie sehr ich das Draußensein vermisst habe. Für mich findet echte Erholung oft draußen statt. Stil bedeutet für mich deshalb die Verbindung von Funktion und Form: Dinge, die gut aussehen, sich gut anfühlen und im Alltag wirklich funktionieren.
F: Was ist für dich heute „Erfolg“ : Umsatz, Wachstum, Wirkung auf KundInnen oder etwas ganz anderes?
CD: Ich lese jede einzelne Kundenbewertung. Wirklich jede. Das ist es, was mich antreibt.
Natürlich braucht ein Unternehmen gesunde Zahlen, aber langfristiger Erfolg entsteht nur, wenn man echten Mehrwert schafft. Wenn Menschen besser schlafen, sich wohler fühlen und Dagsmejan Teil ihres Alltags wird. Ein erfolgreiches Unternehmen über viele Jahre aufzubauen bedeutet, immer wieder zu liefern, was man verspricht. Vertrauen ist dabei die wichtigste Währung.
F: Wie habt ihr InvestorInnen und PartnerInnen von einem Produkt überzeugt, das es so noch gar nicht gab?
CD: Wir haben uns bewusst Zeit gelassen. Erst als wir Forschungspartner an Bord hatten, erste Produkte verkauft wurden und echtes Marktfeedback da war, haben wir InvestorInnen gesucht. Unabhängigkeit war uns immer wichtig. Zu früh Kapital aufzunehmen kann schnell bedeuten, Kontrolle abzugeben. Apparel ist kein einfacher InvestorInnenmarkt. Deshalb haben wir stark auf unsere wissenschaftliche Basis und den Schlaf-Technologie-Ansatz gesetzt. Schlaf ist kein Lifestyle-Trend, sondern eine fundamentale Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Diese Klarheit hat überzeugt.
F: Was macht für dich das perfekte Pyjama-Set aus?
CD: Das perfekte Pyjama-Set merkt man kaum. Es reguliert die Temperatur, fühlt sich angenehm auf der Haut an und engt nicht ein. Es ist funktional, ohne technisch zu wirken, und ruhig im Design. Wenn man morgens aufwacht und sich erholt fühlt, dann hat es genau das getan, was es soll.
F: Wie sieht die ideale Gute-Nacht-Routine aus?
CD: Sie ist ruhig und wiederkehrend. Vor allem im Winter liebe ich es, Kerzen anzuzünden und mit weichem Licht eine entspannte Stimmung zu schaffen – das ist eine schwedische Gewohnheit, die ich nie abgelegt habe. Eine Tasse Kräutertee, ein bisschen Dehnen und bewusst langsamer werden helfen mir, den Tag loszulassen. Schlaf ist kein Schalter, sondern ein Übergang – und genau so sollte man ihn behandeln.
F: Wie erklärst du jemandem, der euch nicht kennt, in einem Satz, was Dagsmejan anders macht als klassische Pyjama-Marken?
CD: Dagsmejan ist die einzige Schlafbekleidungsmarke, die Pyjamas auf Basis individueller Schlafbedürfnisse entwickelt – wissenschaftlich geprüft, um Menschen dabei zu helfen, besser zu schlafen.


F: Wenn du heute noch einmal von null starten würdest: Was würdest du genauso wieder machen, und was ganz anders?
CD: Ich würde wieder konsequent auf wissenschaftliche Substanz und langfristiges Denken setzen. Diese Basis hat uns getragen. Was ich anders machen würde: schneller Entscheidungen treffen und meinem Bauchgefühl früher vertrauen. Erfahrung ist wertvoll – aber sie darf nicht bremsen.
F: Ihr arbeitet mit Schlafforschenden und MaterialwissenschaftlerInnen zusammen. Wie sieht dieser Austausch konkret aus?
CD: Wir haben Dagsmejan mit zwei Innosuisse-Projekten gestartet – gemeinsam mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA), der Hochschule Luzern (HSLU) und einem Professor der Universität Stockholm. Ziel war es, die physiologischen Bedürfnisse des schlafenden Körpers wirklich zu verstehen. Wir haben hunderte Materialien getestet, verworfen und weiterentwickelt. Heute arbeiten wir kontinuierlich mit Schlaf- und Recovery-ExpertInnen zusammen – sowohl für die Produktentwicklung als auch für ganzheitliche Schlafberatung. Neue Produkte werden je nach Kollektion weiterhin mit Institutionen wie der EMPA getestet, teilweise auch klinisch oder dermatologisch. Wissenschaft begleitet uns vom Anfang bis zum fertigen Produkt.
F: Welche Entscheidung in der Lieferkette war für dich nicht verhandelbar?
CD: Dass wir nichts lancieren, was unsere funktionalen Versprechen nicht wirklich einlöst.
Alle unsere Stoffe werden speziell für uns entwickelt. Wenn ein Material die Tests nicht besteht, stoppen wir – auch wenn das teuer oder frustrierend ist. Ebenso nicht verhandelbar ist eine transparente, europäische Lieferkette mit nachhaltigen, rückverfolgbaren Naturfasern.
F: Gibt es ein KundInnenfeedback, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
CD: Ich empfinde es als großes Privileg, diese Rückmeldungen zu lesen. Zu hören, dass unser Schlafwear Menschen geholfen hat, wieder besser zu schlafen – und dass sich dadurch ihr Leben spürbar verbessert hat. Besonders bei denen, für die Schlaf lange schwierig war. Diese Geschichten erinnern mich immer wieder daran, warum wir Dagsmejan gegründet haben.
F: Dagsmejan feiert dieses Jahr seinen 10. Geburtstag – wenn du an den Anfang zurückdenkst: Welche Situation aus dieser Anfangszeit ist dir sofort wieder präsent?
CD: Das Versenden der ersten Pakete. Diese Mischung aus Nervosität und Vorfreude.
Wir hatten fast zwei Jahre in Forschung und Entwicklung investiert, bevor wir überhaupt gelauncht haben. Der Schritt von der Idee zur Realität war gleichzeitig euphorisch und beängstigend. Die ersten Tage und Wochen waren sehr intensiv.
F: Zum 10-jährigen Jubiläum lanciert ihr eine Anniversary Collection mit einem speziellen Print, der eure Geschichte erzählt. Welche Symbole darauf sind dir persönlich am wichtigsten?
CD: Der Eingang zu unserem ersten Büro in der Mühle Tiefenbrunnen ist für mich sehr emotional. Er steht für den Moment, in dem aus einer Idee ein echtes Unternehmen wurde.
Und natürlich die Schweizer Berge. Draußen sein, sich bewegen, Natur erleben – dort tanke ich Energie und finde echte Erholung.
F: Wo siehst du Dagsmejan im Jahr 2036?
CD: Ich hoffe, dass wir möglichst vielen Menschen helfen konnten, besser zu schlafen.
Und dass Dagsmejan Teil einer Bewegung ist, die Erholung und Regeneration wieder ernster nimmt – als etwas Wesentliches für Gesundheit, Energie und Lebensqualität.
F: Im März lanciert ihr einen innovativen Beauty-Pyjama. Was kannst du uns alles darüber erzählen?
CD: Dieses Thema ist aktuell vollständig unter Embargo. Was ich sagen kann: Die wissenschaftlichen Tests sind abgeschlossen und die Effekte validiert. Inhaltlich denken wir weniger in Beauty-Kategorien, sondern an der Schnittstelle zwischen Schlaf und Hautphysiologie. Mehr dazu zu gegebener Zeit.
F: Zum Schluss: Gibt es eine Frage, die du dir wünschen würdest, die dir aber nie gestellt wird?
CD: Warum wir akzeptieren, dass wir ein Drittel unseres Lebens oft so wenig bewusst gestalten – obwohl Schlaf eine der wichtigsten Grundlagen für Gesundheit, Energie und Lebensqualität ist. Vielleicht sollten wir weniger darüber sprechen, wie wir mehr aus dem Tag herausholen, und mehr darüber, wie wir der Nacht wieder den Stellenwert geben, den sie verdient.
Verlosung: Gewinne eine Schlafmaske im Wert von CHF 80!
Wir alle kennen das gute alte Sprichwort: Wie du dich bettest, so schläfst du. Mit Hilfe dieser luxuriösen Schlafmaske von Dagsmejan ist dir eine erholsame Nacht garantiert. Sie soll deine werden? Dann versuch dein Glück, indem du ganz einfach das untenstehende Formular ausfüllst. Viel Erfolg!
Hier findest du das passende intelligente Pyjama von Dagsmejan. Egal ob dir über Nachts eher zu heiß, zu kalt oder eine Mischung aus beidem ist.
Sein 10-Jähriges Bestehen feiert das Label mit einer Jubiläumskollektion, deren Motive von Schlafmützen und Notizbüchern über Zürcher Wahrzeichen wie der Mühle Tiefenbrunnen reichen. So fungiert die aus dem Eukalyptusfasern-Material Nattcool™ bestehende, limitierte Kollektion als visuelle Chronik der Unternehmensgeschichte. Hier kannst du sie shoppen.






