Die Akris Herbst/Winter 2026/27 Kollektion entfaltet sich durch die Autorität des Stoffes. Creative Director Albert Kriemler baut die Kollektion von der Textur aus auf und lässt das Material die Silhouette formen – nicht umgekehrt. Ausgangspunkt ist die kolumbianische Textilkünstlerin Olga de Amaral, deren gewebte Arbeiten Fasern in skulpturale Präsenz verwandeln. Amarals monumentale Textilinstallationen – zu sehen in Institutionen wie dem Museum of Modern Art und der Tate – bilden die konzeptionelle Grundlage für eine Kollektion, in der Handwerk, Material und Struktur das Design bestimmen.
Akris Herbst/Winter 2026/27 Kollektion
Fragmentierte Brokate, Paneele aus Organza-Tiles und gewebte Stoffe entfalten ihre Komplexität erst, wenn sich die Kleidungsstücke bewegen. Materialreichtum prägt die Kollektion. Butterweiches Nappaleder taucht überall auf – in skulpturalen Jacken, Röcken und präziser Schneiderei. Organza, seit langem ein Lieblingsstoff von Akris, erscheint in Kleidern, wo seine luftige Leichtigkeit einen Kontrast zu den strukturierteren Materialien der Kollektion bildet. Unerwartete Texturen sorgen für Tiefe; lackiertes Aal-Leder – schimmernd und erstaunlich leicht, fast so zart wie japanisches Washi-Papier – bringt eine reflektierende Oberfläche ins Spiel, die Licht einfängt, ohne die Silhouette zu überlagern. Gewebtes Rosshaar taucht in Stoffen, Fransen-Details und Handtaschen auf und verleiht der Kollektion skulpturale Struktur und eine besondere haptische Spannung.
Die Farbgeschichte entwickelt sich ruhig und schrittweise. Schwarz und Gold eröffnen die Kollektion, bevor sie in Coffee, Merlot und Anthrazit übergeht. Waldgrün und Türkis vertiefen die Palette, während Magenta und Caladium-Rot zum Finale einen kräftigen Farbakzent setzen. Die Silhouetten bleiben durchgehend kontrolliert: Cocoon-Mäntel, präzise geschnittene Lederjacken, plissierte Röcke und fliessende Kleider – alles verankert in der präzisen, disziplinierten Schneiderei von Akris.
Top Looks:




Details
Fransen ziehen sich wie Fäden aus dem Webstuhl durch die Kollektion. Sie erscheinen an Röcken, Abendkleidern und Strick-Layern und bringen Bewegung hinein, die eher haptisch als dekorativ wirkt – eine Erinnerung daran, dass eine Akris-Kollektion immer eine Geschichte erzählt.

Der Kollektion liegt eine stille Selbstsicherheit zugrunde. Wie immer setzt Albert Kriemler auf Handwerk und lässt die Qualität der Arbeit Schritt für Schritt sichtbar werden, statt laut Aufmerksamkeit zu verlangen. Akris gehört zu den wenigen Maisons, die Inspiration noch auf authentische Weise finden – durch Zeit, Reisen und echte Erfahrungen, statt durch das blosse Verfolgen von Markttrends. Kunst und Authentizität bleiben zentrale Bestandteile seines Designansatzes.
Die Herbst/Winter-2026/27-Kollektion erkundet ungewöhnliche Textilien, raffinierte Layerings und eine nuancierte Farbpalette. Das Ergebnis wirkt souverän und zugleich subtil jugendlich – intellektueller Luxus, aufgebaut auf materieller Intelligenz. Eine Erinnerung an die reinste Botschaft der Mode: Kunst und Storytelling. Nichts Pretentiöses, sondern etwas, das dem wahren Kern von Mode und Stil sehr nahekommt.
Die ganze Akris Herbst/Winter 2026/27 Show findest du hier.
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Teaserfoto & Detail Looks: © Launchmetrics SpotlightSM
Looks: © Akris






