Vergiss Deep Talk, hier kommt die Deep Bag: Fendis neue Peekaboo tarnt barocke Pailletten-Partys unter kühlem Leder. Ein Dreh am Schloss, und die Tasche lächelt zurück. Römische Handwerkskunst für alle, die ihr schönstes Geheimnis lieber am Arm tragen als auf Instagram teilen.
Wer jemals in der Schlange vor der Kaffeebar verzweifelt nach seinem Schlüssel gesucht hat, während hinter einem der ungeduldige Atem eines Business-Mannes im Nacken saß, kennt das dunkle Geheimnis jeder Handtasche: Sie ist meist ein schwarzes Loch, in dem Lippenstifte und alte Quittungen ein unkontrolliertes Eigenleben führen. Aber was, wenn der Griff ins Innere kein frustrierendes Stochern im Dunkeln wäre, sondern eine private Audienz in einer römischen Schatzkammer?

Fendi hat sich für die Saison Frühjahr/Sommer 2026 vorgenommen, genau dieses tägliche Drama in ein kleines Fest zu verwandeln. Die Rede ist von der Peekaboo, jener Ikone, die seit 2008 das modische Understatement zelebriert, ohne dabei ihren Humor zu verlieren. Ihr Name ist Programm: „Peek-a-boo, I see you“ – ein Versteckspiel, das Silvia Venturini Fendi einst als liebevolle Hommage an das gleichnamige Kinderspiel entwarf. Damals war es eine charmante Rebellion gegen die lauten, mit Logos überladenen „It-Bags“, heute ist es das ultimative Statement für alle, die wissen, dass die spannendsten Dinge oft erst auf den zweiten Blick sichtbar werden.
Ein Lächeln aus Mahagoni und Purpur
Das Besondere an der Peekaboo ist ihre konstruierte Lässigkeit. Durch einen Dreh am Verschluss klappt die Vorderseite nach unten und enthüllt das Innenleben – ein Effekt, den man im Hause Fendi liebevoll als „Sorriso“ bezeichnet. Und dieses Lächeln strahlt 2026 heller denn je. Nehmen wir zum Beispiel das Modell in tiefem Mahagonibraun: Von außen wirkt es so seriös und elegant wie ein Espresso in einer Bar an der Piazza Navona. Doch wer den Dreh raus hat, blickt auf ein Meer aus schimmernden purpurnen Pailletten, für die ein Kunsthandwerker in den Ateliers in Rom mehr als 40 Stunden damit verbracht hat, um sie von Hand zu applizieren.




Es ist diese bewusste Diskrepanz zwischen minimalistischem Äußeren und barocker Pracht im Inneren, die den Reiz ausmacht. Es ist die modische Entsprechung zu jenem Menschen, der im grauen Anzug zur Vorstandssitzung erscheint, darunter aber heimlich Socken in Neonfarben trägt. Ein privater Luxus, den man nicht für die Kameras der Streetstyle-Fotografen trägt, sondern für den kurzen Moment der Freude, wenn man nach seinem Handy greift.
Die Kunst des Weglassens – oder des Zeigens
Die Kollektion spielt mit Gegensätzen wie ein Fellini-Film mit Licht und Schatten. Da gibt es die sonnengelbe Version, die im Inneren ein dreidimensionales Mosaik aus bunten Blumen-Studs verbirgt. Oder die sandfarbene Variante, deren „Lächeln“ ein grünes Fransenmeer offenbart, das an die unbeschwerte Natur eines italienischen Gartens erinnert.
Die Peekaboo ist vielleicht die einzige Luxustasche der Welt, bei der man ausdrücklich dazu ermutigt wird, sie offen zu tragen. Es ist eine Einladung zur Transparenz, ohne alles preiszugeben. Ein bisschen Ironie, ein bisschen Stolz und ganz viel italienische Sprezzatura.


Wer sich selbst oder seinem Kleiderschrank ein solches Geheimnis gönnen möchte: Die neuen Modelle sind seit dem 5. Februar im Handel erhältlich. Es ist die perfekte Gelegenheit, sich daran zu erinnern, dass wahre Schönheit tatsächlich von innen kommt – besonders wenn sie aus Pailletten und feinstem Leder besteht.
Fotos: © Fendi






