In der Haute Horlogerie ist Chanels Modell „J12“ großes Kino. Doch seit seiner Uraufführung vor 25 Jahren gab es dieses ausschließlich in schwarzweiß. Mit seiner neuen Lancierung öffnet Arnaud Chastaingt, Chefdesigner der Uhrensparte, zum ersten Mal den Farbtopf. Und trifft sogleich den perfekten Ton.
Magie lässt sich berechnen. Sie hat einen negativen Sonnenwinkel zwischen vier und acht Grad. Dann ist die Zeit, wenn die Nacht ihren schwarzen Umhang lüftet und ein neuer Morgen am Horizont auftaucht. Noch können wir die Sonne nicht sehen. Es beginnt die blaue Stunde. Ein tiefes, mystisches Indigo erobert den Himmel. Eine Farbe, die uns zur Selbstreflexion einlädt und Ruhe verströmt, bevor der Sturm eines neuen Tages anbricht. Kein Wunder, suchten bereits im Altertum die Menschen nach einem Weg, diese Farbe vom Firmament zu pflücken und darin Kleidung und Gebrauchsgegenstände einzutauchen. Wir wissen nicht, wann bei Arnaud Chastaingt am Morgen der Wecker klingelt. Vielleicht hat der Franzose, der seit zwölf Jahren die Uhrendesigns bei Chanel verantwortet, das Ticken der Zeit auch so perfekt verinnerlicht, dass ihn kein Appart aus dem Bett bimmeln muss. Doch mit seiner neuen Kreation „J12 Bleu“ fängt Monsieur Chastaingt die Magie der Morgendämmerung perfekt ein. „Ich träumte von einem Blau mit einer strengen Eleganz, nicht ganz schwarz und nicht ganz blau. Fünf Jahre Entwicklungszeit waren nötig, um diese Keramikfarbe zu kreieren“, verrät der Direktor von Chanels Watchmaking Creation Studio. Das „J12“-Modell, seit einem Vierteljahrhundert Kronjuwel von Chanels Uhrensparte, funkelt somit zum ersten Mal in Farbe.


COCO O’CLOCK
Mit der ersten „J12“ etablierte sich Chanel im Jahr 2000 unter den renommierten Maisons für Haute Horlogerie. Zwar hatte das Unternehmen bereits 1987 das Cocktail-Modell „Première“ lanciert. Doch waren es die Innovationen der „J12“, mit denen sich Chanel nach der Mode- und Beauty-Sparte auch im Uhrengeschäft endgültig zur Expertin krönte. Das damals kaum verbreitete Hightech-Keramik erlebte dank der „J12“ seinen Durchbruch und wurde sowohl für das Bracelet als auch für das Gehäuse verwendet. Aufgrund seiner Robustheit, dem leichtem Gewicht sowie kratzfester und eleganter Oberfläche eignet sich der Werkstoff perfekt für Uhren, die tagsüber alles mitmachen und abends noch immer bereit für den exquisiten Auftritt sind. Auch das Unisex-Design sorgte damals für eine kleine Revolution in der Industrie und bewies, dass Chanel seine makellose Federführung auf jedes Handwerk und Geschlecht anwenden kann. Drei Jahre nach dem Debüt in Schwarz folgte die Variation in weißem Keramik. Unter der Leitung von Arnaud Chastaingt begannen fortan auch neue Modelle zu ticken, darunter die minimalistische „Boy-Friend“, das opulente Mode-Statement „Code Coco“ und Chanels erste reine Herrenuhr „Monsieur de Chanel“. Arnauds Entwürfe entstehen am Pariser Place Vendôme, wenige Schritte von Chanels kreativer Herzkammer an der Rue Cambon.
Von der Stadt der Liebe landen die Designs im Tal der Präzision. Im Westschweizer La Chaux-de-Fonds wird seit Jahrhunderten an Uhrwerken getüftelt. Bereits die „Première“ verließ hier zum ersten Mal die Werkstatt. In den folgenden Jahrzehnten expandierte Chanel schrittweise seine Produktion im Ort und vereint inzwischen eine Expertise, die unter anderem die Produktion der Keramik, Ateliers zur Platzierung der Edelsteine und die Herstellung exklusiver Kaliber umfasst.


LIEBE AUF JEDEN BLICK
Als Chanel in den Achtzigerjahren seine Division für Uhren ankündigte, herrschten keine Zweifel, dass die Ergebnisse umwerfend aussehen werden. Damit begnügte sich die Maison aber nicht, sondern schwang sich auch zu einer Vorreiterin technischer Prozesse auf. Sechsmal wurden ihre Kreationen am jährlichen Grand Prix d’Horlogerie de Genève ausgezeichnet. Denn so schön das Äußere auch anzusehen ist: Ohne die inneren Werte wird die Liebe nicht von langer Dauer sein. Deshalb sind auch die „J12 Bleu“ und ihre Variationen mit höchster Raffinesse konstruiert. So wird die „J12 Bleu Diamond Tourbillon“ vom hauseigenen Kaliber 5 angetrieben. 172 Einzelteile und fünf Jahre Entwicklungszeit stecken darin. Spektakuläres pièce de résistance ist ein Diamant mit 65 Facetten, der im Käfigzentrum des Tourbillons sitzt und dessen Rotation widerspiegelt.

Das mechanische Savoirfaire der Haute Horlogerie und die sinnliche Eleganz des legendärsten Modehauses sind dadurch in perfekter Liaison vereint. Arnaud Chastaingt und sein Team haben mit dieser Konstruktion die Essenz einer über 25-jährigen Erfolgsgeschichte abgebildet. So kompakt und präzise, dass es auf einen kleinen Fingernagel passt. Magie lässt sich zwar berechnen. Doch am schönsten ist sie, wenn man nicht weiß, wie sie entsteht. Dann schaut man, staunt man und vergisst die Zeit – selbst wenn man dabei auf die Uhr schaut. CHANEL J12 BLEU Zum 25. Jubiläum treibt es das legendäre Modell „J12“ von Chanel zumindest etwas bunt. Die bislang nur in schwarz, weiß oder schwarzweiß erhältliche Uhr schimmert in ihrer neuesten Reinkarnation tiefblau. Fünf Jahre waren nötig, um die Keramik für das Gehäuse und das Bracelet im perfekten Farbton zu kreieren. Die „J12 Bleu“ ist in diversen Variationen erhältlich, beispielsweise mit einem diamantbesetzten Tourbillon oder als durchsichtiges Exemplar aus synthetischem Saphir. Und von wegen Blau machen: Dank dem neuen Kaliber 5 behältst du mit der „J12 Bleu“ jeden Termin bis auf die Millisekunde genau im Auge.


Die J12 und alles andere Schöne von Chanel findest du hier.
Fotos: © Chanel
Wenn Blau nicht dein Ding ist, dann gefallen dir vielleicht die schönsten schwarzen Uhren der Saison.






