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Die Glenfeshie Lodge in der schottischen Wildnis

by Michael Rechsteiner
09.03.2026
in TRAVEL
Die Glenfeshie Lodge in der schottischen Wildnis

Ein skandalöses Liebespaar aus viktorianischen Zeiten und ein dänischer Milliardär, dessen Kindheitserinnerungen 200 Jahre in die Zukunft planen: Auf unserer schottischen Safari reisen wir durch malerische Highlands und turbulente Geschichten. Doch spätestens in der Glenfeshie Lodge ist für Ruhe und Entspannung gesorgt. Hier soll sich einst Queen Victoria erholt haben, inzwischen sind Gäste aus aller Welt willkommen. Ist dichter Nebel anderswo ein Grund, das Haus nicht zu verlassen, zählt er in den Hügeln von Cairngorms zur Hauptattraktion. Wir tasten uns voran, bleib du dicht hinter uns.

Grüner wird’s nicht: Die Glenfeshie Lodge versteckt im Kiefernwald.

Die Welt war in Aufruhr. Getrieben von imperialer Gier griff eine Großmacht nach fremden Ländereien. In den überfüllten Städten bangten Menschen um ihre Arbeit, die plötzlich von Maschinen erledigt wurde. Ein paar wenige häuften fantastische Vermögen an und predigten vom Fortschritt in ein technologisches Wunderland. Alle anderen blickten in die Zukunft wie ein Mann am Galgen auf seine Fußspitzen. Doch egal ob arm oder reich, Königin oder Kohlentrimmer, alle sehnten sich nach etwas, das durch den radikalen Wandel dieser Tage in weite Ferne gerückt war: unberührte Natur. Und Edwin Landseer war der Mann, der sie den Menschen ins Wohnzimmer brachte. Als Großbritannien im vorletzten Jahrhundert mit der Industrialisierung zu Hause und dem Imperialismus im Rest der Welt ein neues Zeitalter voran peitschte, wuchs unter dem Volk die Sehnsucht nach einem Stück schlichter, idealisierter Heimat. Erhabene Harmonie, wie man sie nur in den Wäldern und Bergen finden kann. 

Wer vom Urlaub Pause braucht, kann im Study Room der Arbeit nachgehen.

Weit weg von schwarz dampfenden Fabrikschornsteinen und dem Knallen der Kanonenkugeln in Übersee. Wer es sich leisten konnte, fand in den schottischen Highlands ein solches Idyll. Doch dieses war in den vorangegangenen Jahren bitter erkauft worden: Durch die als „Highland Clearances“ bezeichnete Zwangsmigration mussten kleine Pächter ihre Farmländereien verlassen, das traditionelle Clan-System wurde praktisch zerschlagen. Ein paar wenige Großgrundbesitzer erfanden das Land neu: als Schafweide, Hirschjagdgründe und Reisedestination. Die mächtigste Frau der Welt diente dabei als Werbekampagne. In ihren Tagebüchern schwärmte Queen Victoria während ihrer Reisen durch die Highlands: „Diese Einsamkeit, die Romantik und die wilde Schönheit von allem hier … all das macht das geliebte Schottland zum stolzesten und schönsten Land der Welt.“

Dank seiner Renaturierung befindet sich die Gegend um Glenfeshie auf dem aufsteigenden Ast.

Liebesgrüsse aus Schottland

Georgiana Russell, Duchess of Bedford war nicht nach Schottland gereist, um Tagebuch zu schreiben. In Glenfeshie, einem 182 Quadratkilometer großen Grundstück, baute sich die Aristokratin ein Liebesnest, in dem manchmal ihr Gatte, oft aber ihre Affäre gastierte. 1823 lernte Georgiana den zwanzig Jahre jüngeren Edwin Landseer kennen. Der aufstrebende Künstler war beauftragt, ein Portrait der Herzogin zu malen. Bei der Ölfarbe blieb es nicht. Nachdem Landseer das Werk vollendet hatte, wurde er zu Georgianas privatem Kunstlehrer – und schließlich Liebhaber. Seine Besuche in Glenfeshie, wo sich das Paar vor den tratschenden Mäulern des englischen Hochadels versteckte, inspirierten den Maler zu einigen seiner bekanntesten Meisterwerke. Die dramatischen Hügellandschaften und stillen Gewässer schmückte er mit Tieren, deren ausdrucksstarke Persönlichkeiten Edwins Landsleute in der Seele berührten. Reiche Menschen hingen die Bilder als Zeichen von Nationalstolz in ihre Paläste. Für die einfachen Leute prangten sie später auf Keksdosen und Whiskyflaschen.

Nach dem Tod von Georgiana Russell zerfielen die schlichten Hütten, die sie für ihre Landflucht erbaut hatte. Auf einer Durchreise zeigte sich Queen Victoria bestürzt über den Zustand der einst märchenhaften Behausungen, die nun wie Schmutzflecken auf einem Landseer-Gemälde klebten. Doch Glenfeshie war längst zum Mythos geworden und der britische Adel nicht bereit, dieses Refugium aufzugeben. So wurde um 1880 zwischen kaledonischen Kieferbäumen eine herrschaftliche Lodge errichtet. Gestaltete die Duchess of Bedford ihre Waldoase willentlich bescheiden – Schauspieler Charles James Mathews verspottete die Unterkünfte nach einem Besuch als „Eingeborenendorf“ –, war diese neue Lodge einer Königin würdig und soll auch Ihrer Majestät Victoria als Unterkunft gedient haben. Doch es war ein anderer Reisender, der sich ebenfalls in das Land verliebte und die Geschichte von Glenfeshie und seiner Umgebung neu schreiben würde. 

Traumhafte Nostalgie bietet der Tower Bedroom in der Glenfeshie Lodge.

Businesspläne aus Dänemark

Als kleiner Junge schritt Anders Holch Povlsen durch die Zimmer der Glenfeshie Lodge. Wie so oft machte seine Familie Urlaub in Schottland. Dieser Ort wirkte wie Magie auf das Kind, „als würden wir an der Spitze von etwas stehen“, wie sich Anders später erinnern wird. Aus dem kleinen Jungen wurde der reichste Mann Dänemarks, CEO der Modegruppe Bestseller und Großaktionär internationaler Fashion Retailer. Doch jene unbeschwerten Tage aus seiner Jugend ließen Anders nie los und so kaufte er 2006 das gesamte Glenfeshie Grundstück inklusive der Lodge. Nach und nach sicherte er sich weitere Naturgebiete und historische Gebäude. Inzwischen ist Povlsen mit einer Fläche von über 890 Quadratkilometern der größte Landbesitzer Schottlands und lässt selbst King Charles III.

hinter sich. Dass sich Povlsen Ländereien in den Einkaufswagen klickt, als wären es heruntergesetzte Herbst/Winter-Kollektionen von seinen Shopping-Sites, folgt einem Plan. 2012 gründete der Milliardär Wildland Limited, ein Programm zur Renaturierung der schottischen Wildnis. Das Unternehmen folgt einem 200-Jahre-Plan: Wenn wir alle längst unter der Erde liegen, sollen die Bäume in den Highlands wieder dicht und mächtig in den Himmel ragen. Über zwei Jahrhunderte war die Gegend der Schafzucht und Hirschhatz unterworfen. Darunter hat auch die Biodiversität gelitten. Zwar gilt Glenfeshie noch immer als das „Kronjuwel von Cairngorms“, einer Bergkette im Osten des Landes. Doch mit gezielter Aufforstung und Bepflanzung lokaler Wildflora soll dieses Juwel weiter aufpoliert werden und erneut zu jenem bunten Dickicht werden, durch das einst die stolzen Clans der Nordinsel streiften. Aller Wildnis zum Trotz: Für einen kleinen Flecken Luxus hat es weiterhin Platz. 

SelbstversorgerInnen machen mit einem Aufenthalt in der Lodge einen guten Fang.

Interiordesigns aus Amerika

Als Georgiana Russell und Edwin Landseer in den Highlands ihre kalten Füße aneinander rieben, waren sie von nicht viel mehr umgeben als Luft, Liebe und Lehm. Würden sie heute in ihr petit chez-soi zurückkehren, erwarten die beiden in der Glenfeshie Lodge sieben Schlafzimmer, auf die das Paar seine Aktivitäten verlagern kann. In der stattlichen Entrance Hall knistert bereits ein Feuer im Kamin und wirft warmes Licht auf die Holzvertäfelungen. Teile der Einrichtung wurden 1998 von Ralph Lauren und Ward Denton entworfen. Jedes Kissen und jeder Knauf wirkt wie eine Zeitreise in die schottische Historie. Die Herzogin und ihr Pinselprinz verlieren nicht viel Zeit und gehen die Treppen hoch zum Feshie Room. Im spektakulärsten Schlafgemach des Hauses wartet ein Himmelbett, dessen Sünden von Tartanvorhängen verhüllt werden. Auf der bordeauxfarbenen Chaiselounge am Fenster blickt man über den Fluss Feshie, dahinter das Grün und Ocker und Blau des Hochlands.

Auch die Entrance Hall ist für ein kurzes Entspannen gut ausgerüstet.

Mit Herzklopfen und Magenknurren richten sich Georgiana und Edwin die zerzausten Haare. Unten im Dining Room werden die Kerzen für das Abendessen angezündet. Während des Aufenthalts in der Lodge sind die Dienste eines Private Chefs inbegriffen. Die Speisen sind aus lokalen Zutaten – Pilze, Spargeln, Wild – und landen entweder auf den Porzellantellern oder als verpackter Lunch für ein Pony-Picknick in der Natur. Vielleicht schmieden die zwei Turteltäubchen beim Schnabulieren ihre Pläne für den kommenden Tag. Ein lokaler Guide könnte sie früh aus den Federn locken und in den Morgenstunden durch den Wald begleiten. Langsam verdampft die Nebelsuppe in den Sonnenstrahlen, die zwischen den Stämmen der Kiefern leuchten. Der alte Mann unter dem Deerstalker-Hut steckt dem Paar ein Fernrohr zu. Sie erspähen Vögel, Rehe, vielleicht sogar einen wahrhaftigen „Monarch of the Glen“, jenen Hirsch, dessen Portrait Landseer als Maler unsterblich machte. Am Wasser angekommen, lassen sich Georgiana und Edwin von ihrem Begleiter zwei Fischerruten reichen. So wie Anders Holch Povlsen in seiner Kindheit gebannt am Ufer eine Angel ins Wasser warf, wollen jetzt auch die Herzogin und ihr Künstler die nächste Mahlzeit selbst fangen. Sollte dem Paar am nahegelegenen Loch Insh das Glück verwehrt sein, kann es sich dennoch ein Herz fassen und für eine Erfrischung spontan ins kalte Wasser eintauchen. Zurück in der Lodge wird der wärmende Kamin bereits angefeuert. 

Hier wälzte sich bereits der englische Adel im Morgenlicht, um noch eine Stunde länger zu schlafen.

Echos aus der Vergangenheit

Die Welt wird immer in Aufruhr bleiben. Und ihre Menschen sind deshalb immer auf der Suche nach etwas Abgeschiedenheit vom Mühsal der Moderne. In der Glenfeshie Lodge scheint die Zeit nicht nur still zu stehen, sie soll zurückgedreht werden. Das vollendete Bild dicht bewaldeter Highlands wird niemand von uns je zu Gesicht bekommen. Doch wer sich hinsetzen und miterleben will, wie die Natur langsam ihre Pinselstriche macht, junge Tannen aus dem Boden pressen und Blumen duften, die seit Jahrhunderten aus der Gegend verschwunden waren, findet hier einen Platz in der ersten Reihe. Einst schuf Queen Victoria das größte Reich der Weltgeschichte. Doch nur diesen Ort nannte sie ein Paradies.

Glenfeshie ist nach Jahrhunderten wieder am Aufblühen. Und mit seiner Gegend auch die Lodge.

Glenfeshie Lodge

In seiner knapp 150-jährigen Geschichte war die Glenfeshie Lodge ein Feriendomizil für echte und gespielte Königinnen. Regentin Victoria soll hier einen Zwischenstopp auf ihren Reisen durch Schottland eingelegt haben. Episoden von den Serien „The Crown“ und „The Queen“ wurden in der ehemaligen Jagdunterkunft gedreht. Schauspielerin Helen Mirren nächtigte in einem der sieben Schlafzimmer, ebenso wie Prinz Henrik von Dänemark. Doch auch für Gäste mit nicht ganz so funkelndem Lebenslauf steht das Anwesen und sein umfassendes Naturprogramm inzwischen offen. 
wildland.scot

Ab in die Wildnis: Buch dir hier dein Zimmer.

Fotos: © Glenfeshie Lodge, Wildland Ltd.

Weitere Reiseinspiration haben wir hier für dich bereit.

Tags: Glenfeshie Lodge
Michael Rechsteiner

Michael Rechsteiner

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