Der Fashion Month folgt einem bestimmten Rhythmus, in dem jede Stadt ihre eigene Rolle spielt. New York ist die Business-Maschine, wo DesignerInnen zeigen müssen, dass ihre Marken global skalieren und sich kommerziell behaupten können – genau diese Klarheit steckt hinter Labels wie Michael Kors oder Tommy Hilfiger. London gilt seit Langem als Talentschmiede, wo DesignerInnen wie JW Anderson, Simone Rocha oder Grace Wales Bonner ihre Handschrift entwickeln, bevor sie international durchstarten. Mailand wiederum bleibt die Hochburg des Handwerks. Häuser wie Giorgio Armani oder Prada zeigen dort, wie Tradition und technische Präzision Mode über Jahrzehnte tragen können.
Paris ist jedoch etwas ganz anderes. Es ist die Stadt, in der die mächtigsten Modehäuser – Dior, Chanel, Hermès und Louis Vuitton – die Last der Geschichte tragen und gleichzeitig die Zukunft der Mode prägen.
Diese Saison lag der Fokus auf den Pariser Runways klar auf Outerwear und skulpturalen Silhouetten. Besonders auffällig waren Statement-Mäntel bei Louis Vuitton, Loewe und CFCL. Dort verankerten übergrosse und skulpturale Mäntel die Silhouette mit starken Volumen und architektonischen Formen und bildeten den visual climax der Kollektion. Gesteppte und gepolsterte Outerwear bei Isabel Marant, Dries Van Noten und Anrealage brachte zudem eine haptische Tiefe in die Layering-Looks.
Auch Silhouetten und Tailoring stachen hervor. Säulenartige Silhouetten waren bei Häusern wie Alainpaul, Elie Saab und Alexander McQueen zu sehen – jedes interpretierte diese Form auf seine eigene Weise. Markante Schultern bestimmten das Tailoring: mal scharf konstruiert, mal weich abgesenkt. Bei Balmain, Anrealage, Saint Laurent und Stella McCartney entstanden so starke, selbstbewusste Profile. Bei Chanel wurde die Silhouette weicher: Fliessende Stoffe und tiefer gesetzte Taillen sorgten für Bewegung und Leichtigkeit, ohne dabei die zeitlose Eleganz des Hauses zu verlieren.
Materialkontraste und präzise Ausarbeitung gaben den Kollektionen zusätzliche Tiefe. Pelzbesätze – etwa bei Dior, Zimmermann und Ann Demeulemeester – brachten Struktur und winterliche Dramatik. Leder-Einsätze und skulpturale Lederstücke tauchten auf vielen Runways auf, besonders bei Balenciaga, Alaïa und Louis Vuitton. Bei Hermès wurden Materialien wie Wolle und Leder kombiniert, während funktionale Elemente wie Taschen, Reissverschlüsse und präzise Hardware die Konstruktion schärften und einen utilitaristischen Akzent setzten. Das unterstrich die Meisterschaft des Hauses im Leder-Tailoring und Nadège Vanhées Gespür für raffinierte gestalterische Feinheiten. Bei Ujoh führte Mitsuru Nishizaki erstmals Spitze in die Kollektion ein und setzte so eine zarte Transparenz gegen die sonst so präzise, klare Schneiderei des Hauses.
Die Herbst/Winter 2026/27 Saison bestätigte einmal mehr die grösste Stärke von Paris: der Mode mit ihrem reichen Erbe, ihrer Präzision und unverkennbaren Autorität den Ton vorzugeben.
Die Top-Looks der Paris Fashion Week Herbst/Winter 2026/27:
Dior

Anrealage

Alainpaul

Saint Laurent

Dries Van Noten

Stella McCartney

Alaïa

Chloé

Rabanne

Schiaparelli

Isabel Marant

Mugler

Loewe

Issey Miyake

Lanvin

Givenchy

Victoria Beckham

Hermès

Elie Saab

Ann Demeulemeester

Balenciaga

Akris

Alexander McQueen

Zimmermann

Ujoh

CFCL

Pierre Cardin

Balmain

Chanel

Louis Vuitton

Teaserfoto & Fotos: © Launchmetrics SpotlightS
Die besten Herbst/Winter 2026/27 Looks in:
New York
London
Milan
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