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Interview mit dem Designatelier Studio Palma 

by Michael Rechsteiner
15.05.2026
in LIVING
Interview mit dem Designatelier Studio Palma 

Eierschalen, Kokosfasern, Bonbonpapier? All das kann ein Möbel sein. Vorausgesetzt, Cleo Döbberthin und Lorenzo Lo Schiavo legen daran Hand an. Die Künstlerin und der Architekt haben in São Paulo das Designatelier Studio Palma gegründet. Ihre Kreationen sind Skulptur, Ausstattung und Experiment; eine Union zwischen Sinn und Sinnlichkeit. Im Interview beantwortet das brasilianische Duo gemeinsam unsere Fragen zu seinem Arbeitsprozess, São Paulos künstlerischen Hotspots und welche entscheidenden Eigenschaften aktuelle Designtrends oftmals vernachlässigen.

Zwei Köpfe, eine Vision: Lorenzo Lo Schiavo und Cleo Döbberthin bilden Palma Studio.
Von der Wand in den Raum: Materialproben im Palma Studio.

FACES: In eurer Arbeit verwendet ihr oft ungewöhnliche Materialien. Ist deren Auswahl eher zufällig – sozusagen glückliche Fügungen – oder das Ergebnis sorgfältiger Recherche?
Studio Palma: Beides eigentlich. Wir weichen oft von traditionellen Techniken ab, die wir studiert haben, oder auf die wir gestoßen sind, und finden Wege, diese an unsere Atelier-Realität anzupassen. So sind wir schließlich dazu gekommen, mit Eierschalenmosaik, Vergoldung, Pergament und so weiter zu arbeiten. Glückliche Zufälle passieren auch, während wir Modelle anfertigen oder im Atelier experimentieren, Materialien mischen und unsere Intuition nutzen, um bestimmte Effekte zu erzielen. So haben wir unsere „Faux-Marmor“-Materialität entwickelt, die wir zum Beispiel bei den B de Bola Tischen verwenden.

F: In eurem Atelier führt ihr auch ein Archiv mit besonderen Materialien. Wie umfangreich ist dieses?
SP: Wir verfügen über ein ständig wachsendes Archiv an Materialien, Formen, Techniken, Tests, Modellen, Bildern, Texten, Büchern, Ephemera, Naturgegenständen und so weiter. In unserem Schaffensprozess geht es vor allem um Verschmelzung, sowohl physisch als auch konzeptionell, und daher bildet unser Archiv den Kern unserer Arbeit. Derzeit forschen wir zu Messing-Patina und Oberflächenbehandlungen und kombinieren diese mit Malerei und Gravur; die Schachteln, die wir dieses Jahr auf der Collectible Brussels präsentiert haben, sind beispielsweise die ersten fertigen Ergebnisse dieser Forschung.

F: Wie entsteht ein neues Objekt bei Palma Studio? Habt ihr eine feste Vorgehensweise mit einer klaren Arbeitsteilung zwischen euch beiden? Oder gibt es zwei Sichtweisen, die langsam ineinander übergehen?
SP: Unsere Arbeitsabläufe variieren stark, die einzige „unumstößliche“ Regel ist, dass ein „Nein“ von einem von uns beiden vorerst endgültig ist, sodass die Verantwortung auf dem anderen lastet, seine Idee zu verteidigen, falls es darauf ankommt, bis beide überzeugt sind. Wenn wir ein Studio-Stück entwerfen, bringen wir in der Regel die unterschiedlichsten Inspirationen ein, die alle Aspekte des fertigen Werks beeinflussen – von der Form über die Materialität bis hin zum Namen. Während dieses Prozesses fügen sich zufällige Dinge, an denen wir gearbeitet oder die wir uns angesehen haben, auf ganz natürliche Weise zusammen – so mystisch das auch klingen mag –, und das Stück beginnt sich auf eine Weise zu offenbaren, die fast unvermeidlich erscheint.

F: Was sind für zwei Kreative mit unterschiedlichem beruflichen Hintergrund – Cleo als Künstlerin, Lorenzo als Architekt – die Vorteile und Herausforderungen bei der Umsetzung einer gemeinsamen Vision?
SP: Uns geht es im Wesentlichen darum, unsere Ideen zu verwirklichen. Sei es in der Architektur, im Innenausbau, bei Möbeln, Skulpturen und so weiter. Wir schenken diesen Etiketten keine große Beachtung, da wir der Meinung sind, dass sie für die Entwicklung der Arbeit keine Rolle spielen. Der wichtigste Aspekt beim Schaffen als Duo ist das Vertrauen, das wir in die Hände und Augen des anderen setzen; der eine schlägt vor und gestaltet, während der andere beurteilt. Das bedeutet, dass wir unsere Ideen teilen, ohne sie zu besitzen und einander erlauben, mit ihnen zu spielen – und genau dann entsteht der interessanteste Teil der Arbeit.

„Viele Designentscheidungen orientieren sich heute eher daran, was gut aussieht, als daran, was sich auf Dauer gut anfühlt, wenn man darin wohnt oder es nutzt.“

F: Welche Einflüsse prägen euer ästhetisches Empfinden? Gibt es Überschneidungen, oder unterscheiden sich diese Einflüsse stark voneinander?
SP: Wir schauen wirklich überall hin, von palladianischen Villen bis hin zu DIY-Bastelmagazinen aus den Neunzigerjahren. Diese vielfältige, oder vielleicht eher lückenhafte, Art unserer Recherche verleiht dem Endergebnis Tiefe. Und wie wir bereits sagten, ist es verblüffend, wie wir manchmal ganz unterschiedliche Dinge betrachten und diese dennoch perfekt zusammenpassen.

F: An was für Projekten arbeitet ihr derzeit?
SP: Wir arbeiten aktuell an einem großen Wohnprojekt, das wir fast von Grund auf neu gestalten. Das ist sehr spannend, da es uns ermöglicht, in einer großen Vielfalt an Maßstäben und Nutzungsarten zu gestalten. Vor kurzem haben wir unser erstes Restaurant, Le Freak, entworfen, das kürzlich in São Paulo eröffnet wurde und uns auf weitere Gastronomieprojekte in unserer Pipeline gespannt macht.

F: Euer Studio befindet sich im Stadtteil Barra Funda in São Paulo, der sich zu einer Brutstätte für kreative Talente entwickelt hat. Wie beeinflusst diese Gemeinschaft eure Arbeit?
SP: Wir sind seit den Anfängen von Palma in Barra Funda ansässig und arbeiten aktiv mit anderen Kreativen im Viertel zusammen für „Design na Barra Funda“. Das ist ein jährlicher Rundgang an einem Wochenende durch Ateliers, Galerien, Werkstätten und Geschäfte im Viertel, den wir seit 2022 organisieren. Diese vielfältige und wachsende kreative Gemeinschaft, abgesehen vom traditionell industriellen Charakter des Viertels, ermöglicht es uns, physisch und persönlich nah an den meisten unserer Lieferanten und somit an der Arbeit zu sein, während diese außerhalb unseres Ateliers entsteht.

F: Welche drei Orte in Barra Funda sollten wir bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen?
SP: „Design na Barra Funda“, das jeweils im November stattfindet, ist die perfekte Gelegenheit, die Designszene des Viertels kennenzulernen. Die Galerien Mendes Wood DM und Fortes D’Aloia & Gabriel sind ebenfalls ein absolutes Muss. Für Design gibt es außerdem einige Anlaufstellen wie die Aalvo Gallery, Verniz, RN Antiguidades, Quina Mobilia und viele andere. Das Theatro São Pedro, ein kleines Opernhaus im Viertel, das nach wie vor ein volles Programm bietet, ist ein Juwel. Das Nachtleben im Viertel blüht und es entstehen ständig neue Bars und kleine Clubs. Unser Studio und Showroom können nach Vereinbarung ebenfalls besichtigt werden.

F: Wie würdet ihr die aktuelle Entwicklung im Bereich Möbel- und Inneneinrichtung beschreiben? Was ist den Menschen am wichtigsten? Was wird derzeit eher übersehen?
SP: Wir haben den Eindruck, dass die aktuelle Richtung im Design stark von der visuellen Logik der sozialen Medien geprägt ist. Plattformen wie Instagram und Pinterest haben die Verbreitung von Referenzen derart beschleunigt, dass sich Designtrends mittlerweile fast augenblicklich weltweit verbreiten, was zu einer zunehmenden Vereinheitlichung von Designideen und -räumen auf der ganzen Welt führt. Viele Designentscheidungen orientieren sich heute eher daran, was gut aussieht, als daran, was sich auf Dauer gut anfühlt, wenn man darin wohnt oder es nutzt. Materialien, Farben und Kompositionen werden häufig aufgrund ihrer unmittelbaren visuellen Wirkung auf dem Bildschirm ausgewählt, anstatt aufgrund ihrer haptischen Qualität, Langlebigkeit oder ihrer Beziehung zum Alltag. Was den Menschen derzeit am wichtigsten zu sein scheint, ist Wiedererkennbarkeit und das Gefühl, zu einer bestimmten ästhetischen Gruppe zu gehören – durch Räume, die schnell und effektiv über Bilder kommunizieren. Es gibt auch ein starkes Verlangen nach Identität, doch paradoxerweise wird diese Identität durch bis zum Überdruss geteilte visuelle Codes aufgebaut und nicht durch wirklich persönliche Erzählungen. Prozess, Handwerkskunst und die Tiefe der Materialien – allesamt Aspekte, die auf einem Foto nicht erkennbar sind – scheinen derzeit übersehen zu werden. Die Beziehung zwischen Objekten und ihrer Nutzung, das Altern im Laufe der Zeit, lokale Produktionskontexte und subtile räumliche Atmosphären erhalten oft weniger Aufmerksamkeit, als sie verdienen. Für uns besteht eine der größten Herausforderungen heute darin, ein Gleichgewicht zwischen Design als Bild und Design als gelebter Erfahrung wiederherzustellen und Innenräume zu schaffen, die visuell ansprechend, bedeutungsvoll, langlebig und persönlich sind.

F: Und zum Schluss: Was braucht ein wirklich wunderbares Zuhause?
SP: Aufrichtige Absicht und Achtsamkeit. Eine gewisse Besessenheit hilft meist auch. Das Haus von Jorge Amado in Salvador, die Wohnung von Yves Saint Laurent und Pierre Bergé in der Rue de Babylone, das Palais Stoclet in Brüssel, Eduardo Longos Casa Bola in São Paulo, das Studiolo des Herzogs von Urbino in Gubbio, um nur einige zu nennen, sind allesamt Beispiele für Orte, die sorgfältig gestaltet und unter Berücksichtigung der oben genannten Prinzipien komponiert wurden.

Vielleicht ruht hier bereits der nächste grosse Wurf des brasilianischen Designduos.
© Studio Palma

Studio Palma

Vier Palmas, ein Studio: Auf Portugiesisch bedeutet Palma die Innenfläche der Hand. Mit diesen bearbeiten Cleo Döbberthin und Lorenzo Lo Schiavo ungewöhnliche Materialien zu außer-gewöhnlichen Objekten. Ob Bronze oder Briefmarke, das Designduo aus São Paulo gestaltet daraus Räume, Möbel und Gebrauchsgegenstände. Dabei verschmelzen die Sensibilitäten des Architekten und der Künstlerin zu einer gemeinsamen Vision, die Praktikabilität und Sinnlichkeit miteinander vereint. palmapalma.com.br

Hier siehst du, woran das Designduo gerade arbeitet.

Fotos: © Fran Parente (Portrait), Ruy Teixeira (Studio)

Weitere News und Lieblinge aus der Designwelt findest du hier.

Tags: Barra FundaBrüsselCleo DöbberthinJorge AmadoLorenzo Lo SchiavoPalais StocletPierre BergéQuina MobiliaRue de BabyloneSalvadorSão PauloStudio PalmaYves Saint Laurent
Michael Rechsteiner

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