Maria Grazia Chiuri hat sich selten für saisonale Neuerungen interessiert. Ihr Design-Vokabular ist bemerkenswert beständig, und die Fendi-Kollektion Frühling-Sommer 2027 versucht kaum, dies zu verbergen. Fließende Silhouetten, sichtbare Dessous und historisch angelehnte Stücke kehren zurück, nun gefiltert durch Fendis deutlich dekadentere Sprache aus Pelz und Stickereien.
Was sich ändert, ist weniger die Sprache als vielmehr der Akzent. Bei Dior waren Chiuris Kleider oft in historische und feministische Recherchen eingebettet; bei Fendi wirken dieselben Instinkte deutlich frecher. Der Körper bleibt der Ausgangspunkt. Kleider umspielen die Figur, anstatt sie zu konstruieren; transparente Strickwaren, Unterkleider und Spitze schmiegen sich an den Körper an, während plötzliche Farbtupfer in Pfirsich, Minze und leuchtendem Gelb das Meer aus Schwarz und erdigen Neutralfarben unterbrechen. Zotteliges Pelz, Leopardenmuster, Perlenfransen und Goldstickereien versetzen die Stimmung irgendwo zwischen römischer Dekadenz und Studio 54 nach Mitternacht.



Auch die Herrenmode strahlt diese gleiche Selbstsicherheit nach Feierabend aus. Nackte Oberkörper, tiefe Ausschnitte, lockere Schnitte, Nadelstreifen und pelzbesetzte Lagen lockern die konventionelle Formalität auf und verleihen der Herrenmode einen dekadenten Dandyismus, der reich gekleidet wirkt und doch bewusst ungezwungen ist.


Details:


Chiuri mag ihre eigenen Stil zwar nicht neu erfinden, aber Fendi verleiht ihr eine andere Note. Die Zurückhaltung, die einen Großteil ihrer Zeit bei Dior prägte, hat sich zu etwas Unverfrorenem, Sinnlichem und Dekadentem gelockert. Die Handschrift bleibt unverkennbar Maria Grazia Chiuri; die Haltung ist unverkennbar Fendi.
Die ganze Fendi SS27 Show findest du hier.
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Teaserfoto & Fotos: © Launchmetrics Spotlight






