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Soul of Wien-Autoren im Interview

by Josefine Zürcher
13.04.2026
in TRAVEL
Soul of Wien-Autoren im Interview

Für „Soul of Wien“ haben sich Barbara Kadletz und Wolfgang Reitter auf die 30 besten Orte geeignet – als waschechte WienerInnen kennen sie aber noch unzählige mehr. Wir haben darum noch den ein oder anderen zusätzlichen Tipp aus den beiden herausgekitzelt. Und dabei nicht nur erfahren, in welchen weniger bekannten Vierteln man kaum TouristInnen begegnet, sondern auch, was es am Stadtrand zu entdecken gibt und welche Attraktionen man sich ohne Reue sparen kann.

FACES: Ihr seid beide tief verwurzelt in Wien. Fiel es euch dadurch leichter oder sogar umso schwerer, euch für „Soul of Wien“ auf 30 Hotspots zu beschränken? 
Wolfgang Reitter: Beschränkung fällt mir meistens schwer. Aber wenn FreundInnen aus dem Ausland zu Besuch sind, gibst du ihnen ja auch nicht hunderte Tipps und Adressen, sondern versuchst, eine richtig gute Auswahl zu treffen, mit der man bei einem kurzen Aufenthalt in Wien auch tatsächlich glücklich werden kann. In diesem Sinne bin ich an die Empfehlungen für das Buch herangegangen. 
Barbara Kadletz: Ich glaube, dass uns diese Vorgabe einen guten Rahmen gegeben hat, in der Empfehlungs-Euphorie nicht komplett mit Tipps zu eskalieren, sondern uns auf einen charmanten Best-of-Kompromiss zu einigen. 

F: Wie habt ihr euch für die 30 besten Tipps entschieden? Gab es auch mal Uneinigkeiten zwischen euch? 
WR: Wir haben eine Weile evaluiert, hin und her gemailt, diskutiert, zahlreiche Tassen Kaffee getrunken – und waren eigentlich recht schnell bei einer Liste, die uns beiden sehr gut gefallen hat. 
BK: Wie Wolfgang so schön sagt, keine Uneinigkeit, die sich nicht bei der einen oder anderen Tasse Kaffee lösen lässt… 

F: Hand aufs Herz: Habt ihr den ein oder anderen Lieblingsort für euch behalten, sodass ihr ihn zukünftig nicht mit neugierigen TouristInnen teilen müsst? 
BK: Ah, da bin ich nicht so, ich teile gerne. Aber einige meiner persönlichen Lieblingsorte sind viel zu unspektakulär für so eine schöne Reihe wie „Soul of“. Da handelt es sich oft einfach nur um ein Lieblingsparkbankerl, einen besonders schönen Spazierweg oder den perfekten Liegeplatz im Freibad. 
WR: Das versteht sich wohl von selbst! Es gibt definitiv Orte, die ich nicht gerne mit anderen teile. Aber einen solchen verrate ich hier: das gleichermaßen charmante wie versiffte Café Weidinger am Lerchenfelder Gürtel. Das Bier schmeckt hier zwar besser als der Kaffee, der Gastgarten ist völlig verwildert und die Wände sind von Abermillionen Zigaretten braun gefärbt. Vermutlich wurde dort seit den 1950er-Jahren nichts mehr verändert. Die gemütlichste Bruchbude der Welt. 

„Es gibt so viele wunderbare Kaffeehaus-Alternativen in Wien, es muss nicht immer das Central sein.“ 

F: Welcher Stadtteil von Wien ist euer liebster? 
WR: Ich liebe die alten Vorstädte am westlichen Wiener Stadtrand, wo die Wohngebiete und Villenviertel langsam in den Wienerwald übergehen. 
BK: Ganz klar Wien Favoriten. Diesen Bezirk liebe ich sogar so sehr, dass ich ihm meinen Roman „Im Ruin“ gewidmet habe. 

F: Gab es für euch einen spezifischen Moment, in dem ihr euch in Wien verliebt habt? 
BK: Nein, Wien ist wie meine DNA, das ist einfach die Basis, auf der ich aufbaue. Ich habe auch öfters im Ausland gelebt, bin aber immer wieder zurückgekommen. 
WR: Es ist eigentlich ein sehr langer Moment: Die langsame Transformation des grauen, trägen Wiens meiner Kindheit in den 1970er-Jahren zu einer vitalen, modernen Stadt, die Jahr für Jahr zu den Städten mit der höchsten Lebensqualität weltweit gezählt wird. 

F: Welchen gehypten Ort, Attraktion oder Erlebnis in Wien kann man getrost auslassen? 
BK: Ich glaube, eine Fiakerfahrt in der Innenstadt kann man sich ersparen – wenn Fiaker fahren, dann am Zentralfriedhof. Und sich in einer langen Schlange anzustellen für das Café Central. Es gibt so viele wunderbare Kaffeehaus-Alternativen in Wien, es muss nicht immer das Central sein. 
WR: Das Schlimmste sind die zahllosen Weihnachtsmärkte. Unbedingt meiden! Schloss Schönbrunn brauche ich auch nicht. Obwohl ich gerne ab und zu das wunderschöne Palmenhaus und die Nacktmullkolonie im Schlosspark besuche. 

F: Wo schickt ihr jemanden hin, der trotz aller Insidertipps doch ein paar klassische Wiener Klischees erleben will? 
WR: Ich empfehle eine Fahrt mit dem Wiener Riesenrad – nach dem Genuss exotischer Rauschmittel. Wer eine richtig tolle Aussicht liebt, sollte den Donauturm besuchen, auf dem die höchste Rutsche Europas für milden Nervenkitzel sorgt. 
BK: Eine Riesenradfahrt ist definitiv ein Erlebnis, auch nüchtern. Und bei Wolfgangs Donauturm-Empfehlung schließe ich mich auch gerne an, vor allem, weil man dort durch den riesigen Donaupark mit der Liliputbahn hinfahren kann. Ich finde auch das Schloss Schönbrunn nicht so schlimm wie Wolfgang, der Blick von der Gloriette ist schon spektakulär. 

F: Wien ist groß genug, um jeden Tag Neues zu entdecken. Wenn jemand trotzdem einen Tagesausflug an einen anderen, von Wien aus leicht erreichbaren Ort machen möchte, wo würdet ihr die Person hinschicken? 
BK: Definitiv nach Bratislava. Oder zum Schneeberg, beides mit der Bahn von Wien in nicht einmal eineinhalb Stunden erreichbar – und man ist in einem anderen Land oder in den Voralpen. 
WR: Frühmorgens mit der Bahn nach Graz, spät abends wieder zurück. Die zweitgrößte Stadt Österreichs ist eine elegante, kleine Metropole, die viel zu bieten hat und durch ihre Lage im Süden des Landes sogar eine Idee von mediterranem Lebensgefühl vermittelt. Auch ein lohnender Tagesausflug: mit dem Katamaran „Twin City Liner“ auf der Donau nach Bratislava. Die nahe gelegene Hauptstadt der Slowakei ist sehr sehenswert und eine gute Alternative zu den überlaufenen Städten Prag und Budapest. 

„Wien ist eine moderne Metropole, die sich ihrer großen Vergangenheit bewusst ist und mit innovativen Ideen in die Zukunft blickt.“

F: Wie geht ihr vor, wenn ihr euer geliebtes Wien verlässt und in einer anderen Stadt selbst zur TouristIn werdet? Akribische Planung oder sich einfach mal treiben lassen? 
WR: Vor der Reise mindestens fünf Reiseführer in Buchform kaufen und auch lesen. Ein richtig gutes Hotel als Hauptquartier wählen. Vor Ort viele Menschen fragen, was sie an und in ihrer Stadt lieben. Einer gut geplanten Route folgen und immer bereit sein, diese zu verlassen, wenn es sich richtig anfühlt. 
BK: Kommt auf die Destination und die Konstellation an, aber wenn möglich lieber treiben lassen. 

F: Was rät ihr jemandem, der immer wieder in Touristenfallen tappt? 
BK: Die „Soul of“-Reiseführer-Reihe, die ist ein guter Talisman dagegen. 
WR: Ich fürchte, solchen Menschen ist meist nicht zu helfen. Aber meine Antwort auf die vorhergehende Frage könnte ein erster Schritt zur Lösung des Problems sein! 

F: In welchem Wiener Viertel sollte man übernachten, wenn man sich die volle nischige Subkultur-Experience geben will? 
WR: Diese Frage kann ich nicht aus einem touristischen Blickwinkel beantworten, aber FreundInnen aus Belgien schwören diesbezüglich auf das Stuwerviertel. Wer Wien komplett abseits vom touristischen Mainstream erleben will, könnte auch ein Airbnb im Bezirk Favoriten buchen. 
BK: Kommt drauf an, nach welcher Subkultur einer so der Sinn steht, aber ein Airbnb in Favoriten oder Simmering oder auch Grinzing ist definitiv ein guter Anfang. 

F: Und wo, wenn man vor allem der Kulinarik wegen reist? 
WR: Rund um die Innenstadt findet man wohl die meisten kulinarischen Highlights. Aber: In den Randbezirken gibt es viele sehr gute, traditionelle Gasthäuser, die eine ortstypische Küchentradition anbieten. Und eine Atmosphäre, die es so nur in Wien gibt. Obendrein ist Wien ja weltweit die einzige Großstadt, in der in großem Stil Wein angebaut wird. Am äußersten Stadtrand bieten zahlreiche Weingüter ihre Produkte in charmanten kleinen Lokalen mitten in den Weingärten an. 
BK: Auch hier wieder eine Frage des Geschmacks. Die größte Lokaldichte ist mit Sicherheit innerhalb des Gürtels gegeben, aber wie Wolfgang sagt, auch in der Vorstadt gibt es feine Gasthäuser und tolle Heurige. 

F: Ihr habt die Essenz der Stadt in 30 Orten festgehalten. Machen wir’s noch etwas schwieriger: Wie würdet ihr Wien in einem einzigen Satz beschreiben? 
BK: Magnetisch, gemütlich und grantig. 
WR: Eine moderne Metropole, die sich ihrer großen Vergangenheit bewusst ist und mit innovativen Ideen in die Zukunft blickt. 

F: Und wenn Wien ein Objekt oder Souvenir wäre, welches wäre das? 
WR: Natürlich eine originale Wiener Schneekugel mit einer Sachertorte oder einem Punschkrapferl drin. 
BK: Ganz klar eine Melange mit einem Glaserl Wasser dazu, und sehr viel Zeit für Müßiggang, um sich im Kaffeehaus einmal durch alle Zeitungen zu lesen. 

F: Und da ihr beide aus der Bücherwelt kommt: Wenn Wien ein Buch, eine Geschichte oder eine AutorIn wäre, wer oder was beschreibt die Stadt am ehesten und warum? 
BK: Oh, da gibt es verschiedene Blickwinkel und Möglichkeiten, von Joseph Roth über Ingeborg Bachmanns „Malina“ bis hin zu Christine Nöstlingers Jugendbüchern… Einen der besten Wien-Romane der letzten Jahre finde ich aber definitiv Stefanie Sargnagels „Dicht“, kein Kitsch, dafür ungefilterte jugendliche Subkultur und, für alle die es historisch mögen, Raphaela Edelbauers „Die Inkommensurablen“. 
WR: Mein liebstes Buch über Wien ist „Auf der Reise“ von Peter Campa von 1995. Eine sehr intime Liebeserklärung an die Stadt und ihre zum Teil äußerst bemerkenswerten BewohnerInnen, stets aus einem sehr persönlichen Standpunkt und trotzdem voller Selbstreflektion und mitunter kritischer Distanz geschrieben. 

F: Stellt euch vor, jemand hat nur einen einzigen Tag Zeit in Wien. Wie sieht der perfekte 24-Stunden-Plan aus? 
WR: Als Spätaufsteher kann ich leider keine sinnvollen Pläne für komplett durchgetaktete und vollgepackte Reisetage anbieten. Ich würde es vielleicht so halten: Wir starten um frühestens 9 Uhr 30 mit viel Kaffee in der Wiener Innenstadt, flanieren ein wenig durch die Pracht der historischen Altstadt, stärken uns zu Mittag mit einer deftigen Burenwurst – oder veganem Leberkäse – und verbringen anschließend einen entspannten Nachmittag am bewaldeten Stadtrand. Da wir ein preisgünstiges Mittagsmahl konsumiert haben, gehen wir abends ins Steirereck – eines der besten Restaurants der Welt – und beschließen den Abend mit einem Konzert. Von Drei-Akkord-Garagenrock über regionale Folklore bis zu höchster Hochkultur wird in Wien garantiert alles angeboten, was dem eigenen Geschmack entspricht. 
BK: Kein Plan, einfach treiben lassen, aber den Tag im Kaffeehaus zu beginnen und bei einem Konzert zu beenden ist definitiv eine gute Idee. 

„Ein wenig unfreundlich und kommunikationsgehemmt sind die WienerInnen schon.“

F: Wo in Wien kann man einen Nachmittag verbringen, ohne einer einzigen TouristIn über den Weg zu laufen? 
WR: Da würde ich wiederum ins Grüne fahren: in den Wienerwald, den Lainzer Tiergarten oder die nördlich der Donau gelegene Lobau, die den Eingang zu einer der größten naturbelassenen Auenlandschaften Europas bildet. 
BK: Auch da bin ich ganz bei Wolfgang, ab in den Wienerwald oder in die Lobau. 

F: Gibt es eigentlich Wiener Klischees, die stimmen? 
WR: Ich denke es mir nach jedem Auslandsaufenthalt: Ein wenig unfreundlich und kommunikationsgehemmt sind die WienerInnen schon. Mit radikaler Freundlichkeit dringt man dann aber meistens durch, bis in den Kern des goldenen Wienerherzens. 
BK: Das mit dem Grant und der Gemütlichkeit, das stimmt beides auf jeden Fall. 

F: Ihr seid beide in der Kulturbranche zuhause. Wien scheint ein guter Ort für Kulturbegeisterte zu sein. Welche sind eure Top-Empfehlungen für Buch-, Kunst-, und Musikfans? 
BK: Ich empfehle einen Spaziergang durch die zahlreichen kleinen, unabhängigen Wiener Buchhandlungen, um sich dort ein Buch und aktuelle Lesungstermine empfehlen zu lassen. Am besten im Rahmen des Global Book Crawl, der immer im April stattfindet, da gibt es dann sogar eine Stempelsammelkarte. Was Konzerte betrifft, ist es nie falsch, in der Arena oder dem WUK vorbeizuschauen, allein schon wegen der Venue, beides Wiener Orte mit Geschichte. Ein spontaner Musiktipp für die Reiseplaylist? Für mich treffen „5/ 8erl in Ehren“ oder „Verifiziert“ den Wiener Vibe sehr gut. 
WR: Ich empfehle drei fantastische Wien-Romane aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: „Die gelbe Straße“ von Veza Canetti. „Der Gaulschreck im Rosennetz“ von Fritz v. Herzmanovsky-Orlando. Und „Die Dämonen“ von Heimito v. Doderer. Was Musik betrifft, hat Wien eine sehr üppige und aufregende alternative Szene zu bieten. Einige Namen? Vereter, Bipolar Feminin, Bad Ida, Die Buben im Pelz und Half Darling haben mir in letzter Zeit besonders gut gefallen. 

F: Welches der zahlreichen Museen muss man unbedingt besucht haben? 
WR: Das 2023 spektakulär renovierte Wien Museum am Karlsplatz ist der perfekte Ort, um sich mit der Geschichte der Stadt vertraut zu machen. Ein wenig bekannter Tipp abseits der Touristenströme: das Geymüllerschlössel im 18. Bezirk bietet einen lebendigen Einblick in das Wien der Biedermeierzeit. Die Brotfabrik Wien im 10. Bezirk wiederum beherbergt einige sehenswerte Galerien für Fotografie und zeitgenössische Kunst. 
BK: Neben dem wirklich tollen Wien Museum sollte man sich den Prunksaal der Wiener Nationalbibliothek und die immer fantastisch kuratierten Ausstellungen im Wiener Literaturmuseum nicht entgehen lassen. 

„Wer eine richtig tolle Aussicht liebt, sollte den Donauturm besuchen, auf dem die höchste Rutsche Europas für milden Nervenkitzel sorgt.“

F: Schön ist Wien immer. Gibt es trotzdem eine Jahreszeit, die ihr besonders empfehlen würdet für einen Besuch? 
BK: Eindeutig den Sommer! Die Tage sind lang, rund um die Alte und die Neue Donau wird gebadet, geradelt und es herrscht gelöste Urlaubsstimmung, selbst wenn man gerade einen langen Arbeitstag hinter sich hat. Vom oben erwähnten Wiener Grant ist nichts zu spüren, alle sind entspannt und freundlich, weil endlich einmal die Sonne scheint… Festivals wie der Kultursommer oder das Popfest laden zu hochkarätigen Konzerten und Lesungen – und das alles bei freiem Eintritt. Und mit dem Impulstanzfestival ist sowieso die coolste internationale Crowd fast den ganzen Sommer über in Wien, da kann es schon mal passieren, dass man die Nächte durchtanzt. 
WR: Ich persönlich verreise am liebsten, wenn es am Zielort konstant 20 Grad Celsius hat. Für Wien hieße das also: am besten vor oder kurz nach der Sommersaison. 

F: Auf Instagram, Tiktok und Co. gehen immer wieder Bars, Lokale etc. viral, die dann massenhaft Menschen anziehen. Findet ihr, dass das einer Stadt eher schadet oder seht ihr darin Potenzial, den Menschen auch mal neue Ecken einer Stadt schmackhaft zu machen? 
WR: Da mich Social-Media-Massentrends in der Regel über Gebühr deprimieren: kein Kommentar. 
BK: Ja, schwierig, wie so oft, ist beides wahr… Social Media kann natürlich Türen zu neuen Stadt-Erlebnissen öffnen und Locations abseits der etablierten Platzhirsche eine Chance geben, was begrüßenswert ist. Gleichzeitig kann es aber an bestimmten Orten auch zu Überforderung und Verdrängung führen. Es ist halt eine neue Form der Reise-Empfehlungen. Früher hat man sich über die Lonely-Planet-BackpackerInnen, die dann alle geballt in einer als „Insidertipp“ geführten Bar in Südostasien aufgeschlagen sind, lustig gemacht – heute passiert dieses Phänomen eben in ungleich größerer Dimension über Instagram- oder Tiktok-Empfehlungen. „Es ist kompliziert“ – wie der legendäre Fred Sinowatz schon wusste. 

F: So richtig Bock auf 0815-Touristen-Experiences scheint niemand mehr zu haben. Wo seht ihr die Zukunft des Tourismus, gerade in Bezug auf das Entdecken von Großstädten? 
BK: Oh je, das zu beantworten, überlasse ich den ZukunftsforscherInnen. Ich hoffe einfach auf eine Entwicklung hin zu möglichst umweltbewusstem, nachhaltigem Reisen. 
WR: Ich vermute, dass die Zukunft des Tourismus zunehmend verstärkte Polarisierung aufzeigen wird: einerseits massiver Overtourism mit all seinen negativen Begleiterscheinungen für Gesellschaft und Umwelt. Zum anderen immer mehr gut informierte Menschen, die intensiv ihren persönlichen Neigungen und Interessen nachgehen und somit die Vielfalt fördern, die das Leben in großen Städten so spannend macht. 

F: Die 31. Adresse in „Soul of Wien“ habt ihr bewusst nicht verraten. Gebt ihr uns vielleicht einen klitzekleinen Hint, wie wir sie auf unserem nächsten Trip aufspüren können? 
BK: Wenn man genau liest, ist ein Hint im Text versteckt, ihr werdet das Rätsel bestimmt lösen! Und wenn nicht, euren ganz eigenen 31. Tipp finden, da mache ich mir bei den unternehmungslustigen „Soul of“-LeserInnen gar keine Sorgen. 
WR: Man möge sich bitte einfach ins Wiener Nightlife begeben und vergnügte NachtschwärmerInnen nach den wirklich guten Wiener Kellerbars fragen!

Soul of Wien

Schluss mit den Touristenfallen! Wer Großstädte abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten entdecken will, muss im Büchergestell Platz für die „Soul of“-Reihe vom Jonglez Verlag schaffen. Auch die österreichische Hauptstadt wurde jüngst in 30 unkonventionellen und lohnenswerten Hotspots zusammengefasst. Das AutorInnenteam Wolfgang Reitter und Barbara Kadletz zeigen unter anderem traditionelle Cafés abseits der Massen, außergewöhnliche Restaurants und Ecken der Stadt, die selbst Einheimische nicht unbedingt kennen. 

Barbara Kadletz und Wolfgang Reitter, „Soul of Wien“, Jonglez Verlag, ca. 15.—, jonglezpublishing.com

Barbara Kadletz

Wenn sie gerade nicht die Bücher anderer verkauft oder als Moderatorin über Literatur spricht, dann feilt sie an ihren eigenen Texten. Barbara Kadletz ist Buchhändlerin und freie Autorin. Wien liebt sie so sehr, dass sie nicht nur massenhaft Bücher mit der Stadt als Schauplatz empfehlen kann, sondern ihren Roman „Im Ruin“ dem Wiener Viertel Favoriten gewidmet hat. Wem die Leseideen ausgehen, sei ihr Blog „Das Buch zum Wochenende/BZW“ ans Herz gelegt. @bzw_barbie_23

Wolfgang Reitter

Wer seit fast 50 Jahren den Wiener Stadtrand Heimat nennt, dem vertrauen wir, was gute Empfehlungen angeht. Ob Buch-, Konzert- oder Subkultur-Tipp: Wolfgang Reitter weiß, wie man das Beste von Wien findet – ganz abseits der Touristenfallen. Er ist Begründer des Boutique-Schallplattenlabels Konkord und arbeitet in der Buchverlagsbranche. Wenn er nicht gerade arbeitet oder Wien entdeckt, findet man ihn im Crossfit – da hätte er bestimmt auch die eine oder andere Empfehlung für das beste Studio in Wien. konkord.org

Georg Moehrke

Als Grafikdesigner gestaltet Georg Moehrke normalerweise mit Bildmaterial, das ihm schon vorliegt. Für „Soul of Wien“ hat er für einmal die Fotografien selbst beigesteuert. Eine gute Entscheidung, denn als waschechter Wiener weiß er genau, wie man die spannendsten Ecken der Stadt ins richtige Licht rückt. Die Arbeit an „Soul of Wien“ hat ihm so sehr gefallen, dass er jetzt schon bereit ist, die nächste Stadt auf Papier zu visualisieren. gmgm.at

Du willst alle 30 Tipps wissen? Dann hol dir das Buch.

Welche Orte man in „Soul of Wien“ so findet? Wir zeigen euch ein paar der schönsten Plätze.

Tags: Barbara KadletzGeorg MoehrkeJonglez VerlagSoul of WienWolfgang Reitter
Josefine Zürcher

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