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Domaines Ott: Hier ist Rosé nicht Trend, sondern Tradition

by FACES Magazin
24.06.2026
in CULTURE
Domaines Ott: Hier ist Rosé nicht Trend, sondern Tradition

Im Wein liegt Wahrheit. Und im Rosé der Sommer. Denn er verbindet Frische mit Seele. Und wird deshalb Jahr für Jahr beliebter. Ein Goldstandard der Roséweine setzt Domaines Ott. Seit 1896 schenkt das Familienunternehmen Exzellenz aus dem Herzen der Provence in unsere Gläser ein. Und wer einer Flasche für ein paar Saisons widerstehen kann, genießt nach der Lagerung oft ein noch sagenhafteres Aroma.  

„Une hirondelle ne fait pas le printemps“, sagt die Französin und blickt skeptisch dem Vogel am Himmel nach. Stimmt schon: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Ein Glas Rosé aber sehr wohl. Schwappt der korallfarbene Wein aus seiner Flasche, zieht es unsere Gedanken an die Küsten der Provence. Vielleicht sitzt man dabei nicht auf einer Segelyacht zwischen Yves Montand und Sabrina Carpenter und philosophiert über das Bouquet im Gaumen, sondern hockt auf dem Balkon und wendet die Zucchinischeibe auf dem Kugelgrill. Doch egal wo, egal wann und egal mit wem: Rosé ist Sommerurlaub im Glas. Und hat in den letzten 20 Jahren einen prickelnden Siegeszug hingelegt.

Vom Märchen, für den heutigen Rosé würden minderwertige Rot- und Weissweinpfützen ins gleiche Fass zusammengepanscht, lässt sich kaum noch jemand einlullen. (In Wahrheit wird der Wein aus roten Trauben gewonnen, deren Saft nur kurz mit den farbgebenden Schalen in Kontakt bleibt.) Während speziell bei jüngeren Generationen der Appetit auf Alkohol am versiegen ist, bleiben die Absatzzahlen von Rosé stabil – oder steigen an: Gemäß dem neuen Marktbericht der Wine and Spirit Trade Association (WSTA) wurden im vergangenen Jahr 129 Millionen 75cl-Flaschen verkauft, eine mengenmäßige Zunahme von 3% gegenüber 2024.

Exzellenz seit 130 Sommern

Rosé ist gekommen, um zu bleiben. Und wir bleiben, um noch ein weiteres Glas zu genießen. Doch welches? Zum Beispiel von jener Winzerei, die sich seit 130 Jahren dem Roséwein gewidmet und in dieser Zeit zu immer neuer Exzellenz befördert hat: Domaines Ott.

Als der Elsässer Agraringenieur Marcel Ott in der Provence nach dem perfekten Weinberg suchte, hatte die Welt einigen Anlass zu feiern. In England trat Queen Victoria das 59. Jahr ihrer Herrschaft an – länger als alle RegentInnen im Vereinigten Königreich vor ihr. Athen veranstaltete die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit. Und die Gebrüder Lumière zogen mit ihrem Cinématographe um den Globus und versetzten die Menschen mit ersten öffentlichen Filmvorführungen ins Staunen.

Großes Kino schwebte auch Monsieur Ott vor. Nicht auf der Leinwand, sondern im Glas. Nach geduldiger Suche wurde der Unternehmer in der Gemeinde Taradeau endlich fündig. Hier, wo im Sommer die Sonne fast täglich vom Himmel leuchtet und die Winter milde sind, baute er um das Château de Selle die ersten Trauben für seine Weine an. In den folgenden Jahrzehnten kamen mit Clos Mireille und Château Romassan zwei weitere Anbaugebiete hinzu.

© CHÂTEAU DE SELLE

Der helle Wein hat in der Provence eine Geschichte, die bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurückreicht. Seeleute aus der Levante legten hier Anker an und gründeten unter anderem das heutige Marseille. Doch nicht nur die Reisenden, auch ihre mitgebrachten Reben schlugen fortan Wurzeln in der Gegend. Marcel Ott nahm sich dieser Tradition an – und verfeinerte den Anbau- und Herstellungsprozess kontinuierlich.

Auch beim Wein gilt: Auf die inneren Werte kommt es an. Und doch schadet es nicht, diese ansprechend nach außen zu präsentieren. René Ott, Sohn des Gründers, entwarf zu Beginn der 1930er Jahre jene Flaschenform, die den Gaumenschmaus zum Blickfang machte. Inspiriert von Amphoren der Antike und Zypressenbäumen spiegelte das Gefäß fortan die Eleganz und Historie seines Inhalts. Der Marketingcoup kam just zum perfekten Zeitpunkt: In den USA knallten nach 14 Jahren Prohibition wieder die Korken. Mit der erfolgreichen Expansion in die Vereinigten Staaten etablierte Domaines Ott den Rosé auch in der Neuen Welt endgültig als schillerndes Getränk du monde.

Auch ein Rosé darf reifen

Heute werden die Anbaugebiete von Domaines Ott in der vierten Familiengeneration gepflegt. Auf über 250 Hektar sorgen Jean-François Ott und sein Team dafür, dass nur die erlesensten Früchte von der Rebe gepflückt und weiterverarbeitet werden. Seit 2022 sind die Weine des Maisons zudem bio zertifiziert. Eine Sternstunde des Sortiments ist beispielsweise der Cuvée „Étoile“ 2023. In diesem vereinigen sich die Trauben aller drei Anbaugebiete zu einer komplexen, aber harmonischen Komposition. Doch auch für eine Flasche Château Romassan 2024 oder Château de Selle 2025 lohnt sich der Griff nach dem Korkenzieher. Beide Jahrgänge sind nicht bloß ein schneller Sommerflirt. Wer sich auf eine Langzeitbeziehung einlässt und diese Rosés erst in ein paar Jahren öffnet, wird mit einem ausgereiften und charaktervollen Aroma belohnt. Eines, das nicht nur dem sonnigsten Schwalben-Wetter zusätzlichen Glanz verleiht, sondern zu jeder Jahreszeit den Gaumen kühlt und die Seele wärmt.

Noch mehr Informationen und das ganze Sortiment auf der Website von Domaines Ott.

Teaserfoto & Fotos: © Domaines Ott

Santé! Weitere Weintipps auf faces.ch.

Tags: Domaines OttJean-François OtMarcel OttRené Ott
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