Schauspielern, Gitarre spielen, Beautyprodukte kreieren… Die Welt ist voller Talente, die entdeckt werden wollen. Wir haben die Bühnen, Laufstege, Sportplätze und Co. durchkämmt und präsentieren euch unsere aktuellen Heldinnen und Helden.
OLIVE FOREVER
Gina Dirawi
Statt sich auf künstliche Intelligenz von GPTs zu verlassen, sollte man öfter dem anderen GPT lauschen: Grandparents talking. In ihrer Heimat Schweden ist Gina Dirawi ein erfolgreiches Multitalent, von Popstar bis Buchautorin. Für ihr neues Projekt – die Beauty-Marke Zëiyt – lässt sich Gina von der Weisheit ihrer Großmutter leiten. Seit Generationen sind die palästinensischen Wurzeln der Familie mit der Kraft der Olivenbäume verschlungen: Das Öl für die Produkte von Zëiyt stammt von teilweise über 3’000 Jahre alten Bäumen im Westjordanland.

© Zëiyt
SOMMER SUMMARUM
Danial Aitouganov
Endlich Sommer. Die perfekte Zeit für… Zomer. Die Kreationen des jungen Modelabels machen so viel Spaß wie Rosé trinken auf einer Kinderschaukel. Dahinter steckt Creative Director und Co-Gründer Danial Aitouganov. Ursprünglich stammt er aus Tatarstan, das du bei Gelegenheit auf dem Globus suchen kannst. Den Großteil seines Lebens verbrachte Danial in Amsterdam, seine Zukunft sieht er aber in Paris. Trotzdem umweht die bunten Designs ein Hauch der alten Heimat. Oder sind wie die kommende F/W-Kollektion verkehrt herum entworfen. Äh. Ok, Zomer.

© Zomer / LVMH Prize
THE GREAT UNKNOWN
Enza Khoury
Vor einem Jahr war Enza Khoury eine unbekannte Teenagerin aus einem Kaff, dessen größte Sehenswürdigkeit ein Popcorn-Laden ist. (Dessen Popcorn zugegebenermassen verdammt lecker aussieht.) Dann wurde sie von i-D Magazine auf das Cover von „The Unknown Issue“ gecastet. Seither poppen für die 19-Jährige die Modeljobs auf wie, nun ja, Maiskörner auf der heißen Herdplatte. An der Paris Fashion Week lief Enza unter anderem für Vivienne Westwood, Ottolinger und Lacoste. Eine Bilderbuchkarriere, wie sie am schönsten von Modeheften geschrieben wird.

© Lacoste / Launchmetrics SpotlighSM
SAITENSPRUNG
Guitarricadelafuente
Auf der Gitarre von Álvaro Lafuente wirbelt Flamenco ins 21. Jahrhundert. In seiner Musik hallen das Drama und die Verletzlichkeit spanischer Folk-Stile nach, zielen aber auf die Ohren zeitgenössischer Pop-Fans. Und die werden jetzt auch außerhalb der iberischen Heimat immer zahlreicher. Liegt auch daran, dass man den Namen Guitarricadelafuente inzwischen nicht mehr nur auf Plattencovern, sondern auch auf Kinopostern liest. An der Seite von Penélope Cruz und Glenn Close sieht man das Multitalent demnächst im historischen Drama „La Bola Negra“.

© Dior
STAR MAKER
Petra Collins
Die Augen von Petra Collins sehen die Zukunft. Wie sie Billie Eilish, Selena Gomez und Olivia Rodrigo vor der Kamera inszeniert hat, prägte die visuelle Popkultur der kommenden Jahre. Die Protagonistinnen der Fotografin und Regisseurin sind gefährlich und verletzlich, verträumt und albtraumhaft. Wäre Gen Z die Renaissance, Petra wäre ihr Raphael. Jetzt hat die Kanadierin ihren neuen Bildband „Star“ veröffentlicht. Wir blättern uns durch eine kitschige Zeitreise, in der Ruhm ein Monster ist, dem wir alle nur zu gerne ins Maul springen möchten.

© picture alliance / NurPhoto | Image Press Agency
ALWAYS EN GARDE
Miles Chamley-Watson
Dass seine Gegner keinen Stich haben, reicht Miles Chamley-Watson nicht. Als Fechter gewann er die WM und eine Olympia-Medaille. Jetzt will der Amerikaner aus dem Nischensport ein Massenspektakel machen. Hat bei „Piraten der Karibik“ ja auch geklappt. Statt versiffte FreibeuterInnen versammelt Miles’ World Fencing League Weltklasse-AthletInnen und fügt ihrer Eleganz in Weiß moderne Produktion und Crossover-Appeal bei. Der spektakuläre Auftritt Chamley-Watsons an der Met-Gala zeigt: Mode und Fechtsport passen zusammen wie Säbel und Bandelier.

© picture alliance / NurPhoto | Paddocker
BILDHÜBSCH
Sumayya Vally
Für Sumayya Vally ist Baukunst kein Aufstapeln von Ziegelsteinen, bis man darüber ein Dach legen kann. Als Architektin schafft sie Gebäude, Plätze und Installationen, die mehr bedeuten als der Zweck, den sie erfüllen. Die Südafrikanerin schlägt Brücken (manchmal im wahrsten Sinn) zwischen Kulturen und schöpft Inspiration aus islamischen Traditionen. Dafür wurde Vally bei den diesjährigen Art Basel Awards in der Kategorie „Cross Disciplinary Creator“ ausgezeichnet. Denn Kunst hängt nicht immer an der Wand. Manchmal ist die Wand das Meisterwerk.

© Lou Jasmine
MONSIEUR OF THE MOMENT
Théodore Pellerin
Er spielte Karl Lagerfelds Langzeitpartner, ist der neue Brand Ambassador von Loewe und Tom Ford will ihn für seinen nächsten Film „Cry to Heaven“: Théodore Pellerin ins Rampenlicht zu rücken, ist groß in Mode. Als schlaksiger Multi-Level-Marketing-Loser in „On Becoming a God in Central Florida“ fiel uns der Schauspieler erstmals auf. Seither stapelt Pellerin spannende Film- und Serienrollen wie ein hungriger Gast am Pfannkuchenbuffet. Wir glauben: Nur eine Frage der Zeit, bis der Kanadier in Hollywood ein goldenes Männchen in der Hand hält.

© picture alliance / Hans Lucas | Laurent Hou
MAD IN USA
Arthur Jafa
Im Juli feiert die USA ihr 250-jähriges Jubiläum und wankt dabei durch den Ring wie ein Boxer mit Gehirnerschütterung. Einer, der seit 30 Jahren neben der Matte steht und das Drama künstlerisch dokumentiert, ist Arthur Jafa. Vielleicht gerade weil es sich anfühlt, als lege sich der Sonnenuntergang über das amerikanische Imperium, leuchten die Werke des 65-Jährigen jetzt besonders intensiv. Jafa nimmt Bilder aus Popkultur und klassischer Kunst und schafft daraus furiose Collagen über systemischen Rassismus – und den Kampf, diesen zu überwinden.

© Art Basel
HOME RUN
Allyson Felix
Der kalifornische Goldrausch dauerte von 1848 bis 1855, als Tausende GlücksjägerInnen nach glänzenden Nuggets schürften. Der zweite kalifornische Goldrausch begann, als Allyson Felix zum ersten Mal die Laufschuhe schnürte. Die Sprinterin wurde 14-fache Weltmeisterin und siebenmal Olympiasiegerin – und zur erfolgreichsten Leichtathletin aller Zeiten. Füße hochlegen und im Medaillenglanz ausruhen? Nope. Für die Olympischen Spiele in ihrer Heimat Los Angeles 2028 kommt, äh, rennt Allyson aus dem Ruhestand. Und hoffentlich nochmal an die Spitze.

© picture alliance / Photoshot
Wir wissen, wen man kennen muss. Zum Beispiel auch diese tollen Talente.






