Der RIMOWA Design Prize wird nächste Woche zum vierten Mal verliehen. Von Singvögeln gegen die Einsamkeit bis zu Kühlern, die in Krisengebieten überlebenswichtige Vorräte konservieren: Die neue Generation deutscher DesignerInnen beweist, dass Innovation und Stil Hand in Hand gehen können.
Was bewegt die jungen DesignerInnen von morgen? Eine Antwort liefert der RIMOWA Design Prize in seiner vierten Ausgabe. Aus mehr als 40 Hochschulen in Deutschland wurden junge Talente ausgewählt, die mit ihren Arbeiten Antworten auf einige der drängendsten Fragen unserer Zeit geben: Klimawandel, soziale Isolation, Inklusion, Katastrophenschutz und nachhaltige Mobilität.
Am Montag, 11. Mai, werden die Finalisten ihre Konzepte in Berlin einer hochkarätigen Jury vorstellen. In diese sitzen unter anderem Designer Konstantin Grcic, Leica Camera-Manager Stefan Daniel, Hanne Willmann von ihrem gleichnamigen Designstudio sowie Alexandre Arnault und Hugues Bonnet-Masimbert von RIMOWA als Ehrenjuroren. Bewertet werden die Projekte nach Kreativität, Originalität, gesellschaftlicher Relevanz und zeitloser Gestaltung
Besonders auffällig in diesem Jahr: Viele der Konzepte verbinden Technologie mit Empathie – und stellen den Menschen ebenso wie ökologische Systeme in den Mittelpunkt.
Die Finalisten und ihre Projekte
So entwickelte Niklas Henning von der Hochschule Magdeburg-Stendal den „Paludi Harvester“, ein Maschinensystem für die nachhaltige Bewirtschaftung wiedervernässter Moorlandschaften. Ziel ist es, einen nachhaltigen Schilfanbau zu ermöglichen und dabei den Schutz der empfindlichen Ökosysteme möglichst hoch zu halten, während die körperliche Belastung der Arbeitenden tief bleibt.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt Valerio Sampognaro von der HFBK Hamburg mit „Aerodomestics“. Inspiriert von Drachen und Camping-Equipment entstehen ultraleichte Möbel aus Aluminiumrohren und gespannten Stoffen. So wird trotz – oder gerade wegen – des minimalen Materialeinsatzes eine unverwechselbare Designsprache erreicht.

Mit Krisensituationen beschäftigt sich das Projekt A.R.C.(Adaptive Resilient Cooler) von Tobias Kremer und Yannick Stilgenbauer, die an der Hochschule der Bildenden Künste Saar studieren. Der aufblasbare Kühler funktioniert ohne Strom und soll Medikamente oder Lebensmittel in Katastrophengebieten kühl halten. Durch Verdunstungskälte und optimierte Isolierung entsteht eine energieunabhängige Lösung für Regionen mit zerstörter Infrastruktur.

Auch die Natur selbst wird zum Ausgangspunkt neuer Mobilitätsideen: Nicolas Nielsen von der Bauhaus-Universität Weimar entwickelte mit „HyVe“ einen autonomen, wasserstoffbetriebenen Bienenstock. Das mobile System soll Bestäubung fördern und fragmentierte Ökosysteme wieder verbinden.

Technologie als Schutzschild zeigt sich im Projekt „Compassion Aid“ von Tim Kipper und John Roller. Die beiden Studierenden der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd haben das unauffällige mobile Notfallsystem gemeinsam mit RettungssanitäterInnen entwickelt. So sollen Einsatzkräfte in Gefahrensituationen mit Kamera, Mikrofon, CO₂-Sensor und Alarmfunktion geschützt werden.

Einen inklusiven Ansatz verfolgt „Nura“ von Samuel Nagel und Paul Feiler, die ebenfalls von der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd sind. Das elegante Armband übersetzt Gebärdensprache mithilfe von EMG-Sensoren und integrierter Kamera in gesprochene Sprache und umgekehrt. Die Sensoren erfassen die Muskelaktivität im Unterarm, während die Kamera Gesichtsausdrücke analysiert, um eine präzise Interpretation zu unterstützen. Für gehörlose NutzerInnen werden gesprochene Wörter transkribiert und über eine taktile Punktanzeige dargestellt. So soll eine nahtlose Kommunikation zwischen gehörlosen und hörenden Menschen möglich sein. Das Armband ist dabei nicht nur hilfreich, sondern auch optisch ansprechend.

Besonders emotional wirkt schließlich „PIP“ von Jakob Schlenker, einem Studenten der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd. Der kleine tragbare Begleiter soll der Einsamkeit älterer Menschen entgegenwirken, indem er zu mehr sozialen Kontakten motiviert. Laufen sich zwei PIP-TrägerInnen über den Weg, ertönt ein gemeinsamer Klang, der niedrigschwellige Begegnungen im Alltag und das Austauschen von Kontaktdaten ermöglichen soll.

Der Wettbewerb wurde 2023 ins Leben gerufen und hat sich inzwischen zu einer wichtigen Plattform für junge Design-Talente entwickelt. Neben Mentoring durch DesignerInnen und Kreativdirektoren von Weltrang, die allen HalbfinalistInnen zur Seite gestellt wurden, erhalten die Teilnehmenden Zugang zu professionellen Werkstätten und Netzwerken.
Das Gewinnerprojekt, welches unter der Leitung von Moderatorin Valerie Präkelt bekanntgegeben wird, ist mit 20’000 Euro dotiert. Zusätzlich gibt es einen Sonderpreis über 10’000 Euro, während die weiteren Projekte als Anerkennung für ihre Leistungen jeweils mit 5’000 Euro ausgezeichnet werden.
Erfahre hier alles, was es über den RIMOWA Design Prize zu wissen gibt.
Fotos: © Rimowa
Wenn wir schon bei Förderpreisen sind: Die Cartier Women’s Initiative unterstützt Frauen dabei, Unternehmen aufzubauen, die nicht nur wirtschaftlich erfolgreich sind, sondern auch gesellschaftlichen und ökologischen Wandel vorantreiben.






