FACES Magazin
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
FACES Magazin
No Result
View All Result
Home CULTURE

Jane of Arc: Jane Fonda im Porträt

by Michael Rechsteiner
07.09.2026
in CULTURE
Jane of Arc: Jane Fonda im Porträt

Erst kämpfte sie im Minikleid gegen Weltraumlaser. Dann unter einem Soldatenhelm gegen den Vietnamkrieg. Abseits der Leinwand schrieb Jane Fonda die noch viel größeren Geschichten. Eine neue Biografie hat sie alle zusammengetragen. Und wir zumindest ein paar der spannendsten.

These boots are made for space walking: Jane Fonda in „Barbarella“ (1968).

Am 3. November 1970 wird die meistgehasste Frau in Amerika von der Zollbehörde am Flughafen von Cleveland beiseite gewunken. Im Gepäck der 32-Jährigen finden die Beamten drei kleine Plastiktüten gefüllt mit Tabletten. Die Frau gibt an, bei den Kapseln handle es sich um Vitaminpräparate, die sie regelmäßig einnehmen müsse. Ihr wird nicht geglaubt. Wahrscheinlich kommt es zu einem Handgemenge. Die Polizei nimmt die Reisende fest. Der Vorwurf: Drogenschmuggel und tätlicher Angriff gegen Beamte. Die Frau, die schon vor Hunderten Kameras gestanden hat, posiert für ihr Polizeifoto. Als der Abzug knipst, hebt sie trotzig ihre geballte Faust. So, wie es in diesen Tagen Tausende Menschen auf der Straße tun und „Power to the People“ einfordern. Bei den Protesten gegen den Krieg und gegen die Ungleichheit steht die Verhaftete oft an vorderster Front, schwingt Transparente und wutredet durchs Megaphon. Ihre konservativen Mitbürgerinnen halten sie für den Teufel. Doch diese Frau ist kein barfüßiger Hippie, kein bewaffneter Black Panther.

Anderthalb Jahre später klickt erneut ein Fotoauslöser. Wieder strahlt das Blitzlicht auf die Frau. Freigesprochen von den Anschuldigungen hält sie einen Oscar in der Hand, gewonnen als beste Hauptdarstellerin im Film „Klute“. Hollywoods Filmkameras mögen Jane Fondas Talent einfangen. Doch es sind Polizeikameras wie in Cleveland, die Fonda in ihrer größten und wichtigsten Rolle zeigen.

bei ihrer Verhaftung 2019

WELTRAUMSCHLACHT UND VIETNAMKRIEG
Jane Fondas Polizeifoto in Cleveland wurde zur Bildikone, inzwischen selbst als Couchkissen erhältlich. Es zeigt einen Star beim Spagat zwischen Champagnerempfang und Straßenkampf. Und eine Frau, die zu diesem Zeitpunkt schon einige Wandlungen durchgemacht hatte und noch zahlreiche weitere vollziehen würde. Als 19-Jährige wurde sie vom Pentagon mit dem Titel „Miss Army Recruiting“ ausgezeichnet. Die aufstrebende Schauspielerin hatte unter anderem mit Radiospots für die Armee geworben. Über ihr hing der Schatten von Vater Henry Fonda. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als US-Navy-Soldat, zurück in der Heimat wurde er zu einem der größten Schauspieler seiner und nachfolgender Generationen. Doch große Männer sind oft lausige Väter. Zeitlebens litt Jane unter seiner emotionalen Abwesenheit. Ein anderer Mann hob die junge Frau dagegen nicht nur auf Wolke Sieben, sondern mitten in den Weltraum. Regisseur Roger Vadim, zuvor schon liiert mit Brigitte Bardot und Catherine Deneuve, wurde Fondas erster Ehemann. Und machte sie mit der Sci-Fi-Comicverfilmung „Barbarella“ zur Popikone. Ein Film, als würde man bei einer Swinger-Party ein Malbuch ausfüllen: Künstlerisch nicht sehr wertvoll, dafür aber ziemlich spaßig.

Viel wichtiger waren ohnehin jene Menschen, die Fonda durch ihren französischen Gatten kennenlernte: Schauspielerin Simone Signoret begeisterte die Amerikanerin für die Schriften und Vorträge von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre. Deren Ideen für eine gerechte Welt gaben der Tochter eines Kriegshelden Munition für einen Kampf, der zu diesem Zeitpunkt nicht nur in Vietnam, sondern auch in der amerikanischen Gesellschaft tobte. Jane Fonda warf sich wortwörtlich zwischen die Fronten. Sie besuchte US-Soldaten, aber auch Kämpferinnen der Viet Cong und erzählte von ihren Erfahrungen im amerikanischen Fernsehen. Nicht nur Präsident Richard Nixon war entsetzt. „Hanoi Jane“ wurde von den Medien und jedem Mann mit Bürstenschnitt zwischen Alaska und Alabama als Landesverräterin verschrien. Vietnamkrieg, Bürgerrechte, Umweltschutz: Jane Fonda blieb standhaft auf der richtigen Seite der Geschichte und finanzierte ihren politischen Aktivismus, indem sie Amerika das Kniebeugen lehrte.

Mit Roger Vadim am Bob Dylan Konzert

AMERIKAS FITNESSCOACH WIRD ALTERSWILD
„Jane Fonda’s Workout“ ist mit 17 Millionen verkauften Exemplaren bis heute die erfolgreichste non-film VHS-Videokassette. Das Fitnesstraining vor dem Fernsehsofa gab einer noch jungen Heimvideo-Industrie den entscheidenden Schub und definierte den Spandex-Chic der Achtzigerjahre. Wer sich heute auf Youtube durch Pamela Reifs 10-Minuten-Killer-Sixpack-Workout stöhnt, sollte nicht vergessen: Alles nur möglich, weil damals Jane Fonda Politkampagnen für bezahlbaren Wohnraum finanzieren musste.

Als Nepo Baby belächelt, wurde die Schauspielerin zur zweifachen Oscar-Gewinnerin. Als Politaktivistin entzweite sie die Vereinigten Staaten und scharte sie als die erste international erfolgreiche Fitnessinfluencerin wieder hinter sich. Doch dann gelang Jane das vielleicht größte Kunststück: Sie heiratete einen Milliardär und blieb ihren Prinzipien treu. Mit dem exzentrischen Medienmogul Ted Turner teilte sie die Liebe zur Natur. Nicht länger auf der Straße, sondern in den Teppichetagen der Mächtigen engagierte sich Fonda finanzkräftig für Umweltorganisationen und Mädchenbildung. Auch nach der Trennung 2001 blieben Jane und Ted freundschaftlich verbunden. Die Scheidung markierte nach fünfzehnjähriger Pause ihre Rückkehr vor die Kamera. Das Drama „Youth“ bescherte ihr eine Golden-Globe-Nomination. Und die Sitcom „Grace and Frankie“ die Herzen einer neuen, jungen Generation von Fans. Ach, und selbstverständlich beschäftigt Jane Fonda noch immer die Fotokameras amerikanischer Polizeistationen: 2019 wurde sie innerhalb von vier Wochen viermal verhaftet, weil sie vor dem US Capitol gegen die Erdölindustrie protestierte. Ihren 82. Geburtstag verbrachte Fonda deshalb in einer U-Haftzelle. Eine Auszeichnung, wertvoller als all die Goldmännchen aus Hollywood.

 An einem Anti-Atom-kraft-Protest 1979.
Am Set von „Comes A Horseman“ (1978)

JANE FONDA – THERE’S A GREAT DEAL TO SAY
Trotz zwei Oscars im Regal war die Schauspielerei für Jane Fonda immer nur Nebensache. Ob gegen den Vietnamkrieg oder für den Klimaschutz: Als Aktivistin zieht die Amerikanerin noch immer furchtlos auf die Straße und wird deswegen auch heute noch von der Polizei in Handschellen abgeführt. In der Biografie „Jane Fonda – There’s a Great Deal to Say“ erkundet Journalistin Marilyn S. Greenwald ein faszinierendes Doppelleben zwischen Red Carpet und Black Power. Sie stellt dabei fest: Aller Hass, der Fonda bei ihrem Kampf für die Gerechtigkeit entgegenschlug, befeuert ihre Relevanz bis heute. 
Marilyn S. Greenwald, Jane Fonda – There’s a Great Deal to Say, 318 Seiten, ca. 30.—, rutgersuniversitypress.org

Mit Ehemann Ted Turner.
2024 an den Filmfestspielen von Cannes.
in „La curee“(1966)
 Beim zweiten Oscar-Gewinn 1979

Sie hat viel zu sagen – und du zu lesen: Hier holst du dir das Buch „Jane Fonda – There’s a Great Deal to Say“.

 Fotos: © pa picture alliance (dpa)

Tags: AktivismusJane FondaLa cureeMarilyn S. GreenwaldThere's a Great Deal to Say
Michael Rechsteiner

Michael Rechsteiner

VERWANDTE ARTIKEL

Mezzosopranistin Lea Desandre im Interview
CULTURE

Mezzosopranistin Lea Desandre im Interview

Fotograf Bram van Dijk im Interview
CULTURE

Fotograf Bram van Dijk im Interview

A Slice of Reality: Bram van Dijks Alltagsfotografie
CULTURE

A Slice of Reality: Bram van Dijks Alltagsfotografie

Schauspielerin Luna Wedler im Interview
CULTURE

Schauspielerin Luna Wedler im Interview

Load More

POST GALLERY

Black Street StyleBlack Street Style

FACES FASHION EDITORIALS

THE BREWERY by BRIGITTE AESCHBACH

KEYWORD SEARCH

Arket (27) Balenciaga (33) Beauty (27) Berlin (36) Bottega Veneta (40) Calvin Klein (32) Calzedonia (27) Cartier (32) Chanel (91) COS (37) Dior (64) Dolce & Gabbana (27) Dries van Noten (29) Editorial (43) Emporio Armani (27) Etro (28) Falke (44) Fall/Winter 2026/27 (36) Fashion (131) Fashion, (28) Fashion Week (35) Fendi (36) Ferragamo (35) Gucci (97) Guess (25) H&M (26) Herbst/ Winter 2026/27 (31) Hermès (28) homepage (119) Interview (96) Isabel Marant (34) Issey Miyake (28) Jimmy Choo (32) Louis Vuitton (77) Max Mara (41) Miu Miu (35) Prada (74) Saint Laurent (38) Sportmax (34) Swarovski (32) Uhren (36) Versace (33) Wolford (27) Zara (29) Zürich (94)
  • Kontakt
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • FACES Card
  • ADVERTISING & COOPERATION

© 2025 FACES MEDIA GROUP

de-ch
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum

© 2025 FACES MEDIA GROUP