FACES Magazin
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum
No Result
View All Result
FACES Magazin
No Result
View All Result
Home FASHION

Interview mit Ujoh Creative Director Mitsuru Nishizaki 

by Josefine Zürcher
07.09.2026
in FASHION
Interview mit Ujoh Creative Director Mitsuru Nishizaki 

Diesen Sommer mussten sich Modebegeisterte bei 40 Grad in Paris für die Men’s Fashion Week stylen. Da kommt unweigerlich die Frage auf: Wie verändert sich Kleidung, wenn das Klima immer extremer wird? Wie kann sie uns schützen, kühlen – und natürlich trotzdem gut aussehen? Einer, der dieser Frage schon länger nachgeht, ist der japanische Designer Mitsuru Nishizaki. Sein Label Ujoh ist für clevere und funktionale Schnitte bekannt. Die meisten Pieces können auf mehr als eine Weise getragen werden. Seinen letzten Kollektionen liegt dieselbe Inspiration zugrunde: Die immer heißer werdenden Sommer in Japan. Wir haben uns mit Mitsuru über Nachhaltigkeit, Inspiration und die Arbeit an Bühnenkostümen unterhalten.

Katastrophen kurbeln die Kreativität an. Während auch dieser Sommer Hitzerekorde in allen Ecken der Welt knackte und unsere Kreisläufe zwischen kühlen Drinks und schwülen Büros an die Grenzen brachte, gibt es Leute, die neben Klimapanik auch Inspiration verspüren. Mitsuru Nishizaki, Mitgründer und Designer des Labels Ujoh, dienen die steigenden Temperaturen in Japan als Eingebungsquelle. In Japan wurde es in den letzten Sommern immer heißer. Der Sommer 2025 war gar der heißeste seit Messbeginn. Temperaturen von über 35 bis 40 Grad werden also langsam aber sicher zum neuen Alltag. Die japanische Wetterbehörde hat sogar die neue Kategorie unerträglich heiß eingeführt.

Irgendwann kippt die Freude an langen Sommertagen auch bei der abgehärtetsten Sonnenanbeterin und wird zur Klimaangst. Mitsuru Nishizaki stellt sich mit seinen Entwürfen darum die Frage: Was tragen wir, wenn die Hitze zunehmend unerträglicher wird? Seine Antwort: Das, was er eigentlich schon immer entworfen hat. Sogenannte Multiway-Pieces, die sich auf verschiedene Arten tragen lassen und bei Bedarf übereinandergeschichtet werden können. Und natürlich aus hochwertigen Materialien sind, sodass das Schwitzen erträglicher wird. Denn in Gluthitze will niemand mit Polyesterlooks an der Sonne brutzeln.

Mit Layers, Schnitttechniken und Materialien hat sich Mitsuru schon lange bevor die Sommer merklich heißer wurden auseinandergesetzt. Er arbeitete sieben Jahre lang unter Yohji Yamamoto als Schnittmacher für dessen Linien Y’s und Yohji Yamamoto pour Homme. 2009 gründete er Ujoh zusammen mit Aco Nishizaki. Mit Ujoh beweist Mitsuru, dass er ein wahrer Schnittkünstler ist. Auch das einfachste Shirt ist durchdacht konstruiert. Meistens hat ein Stück mehr als eine Funktion und kann nicht nur auf unterschiedliche Weise getragen und gestylt werden, sondern funktioniert auch mit fast jedem anderen Teil aus einer Kollektion. Zusätzlich zum Wetter dienen traditionelle japanische Schnitttechniken, Subkulturen, Jugendbewegungen und militärische Funktionskleidung dem Designer als Inspirationsquelle.

Von Japan ging es 2017 erst nach Mailand, dann nach Paris. Seit 2021 gehört Ujoh in den Kalender der Pariser Fashion Week. Eine Stadt, die dieses Jahr ebenfalls beängstigende Hitzerekorde geknackt hat. Und das ausgerechnet während der Men’s Fashion Week. Einer Zeit, in der wohl niemand dringender stylische und kühlende Looks gebraucht hätte, wie die modebewussten Besucherinnen. Das Klima macht eben auch für die Modewelt keine Ausnahme.

Interview: Nadia Hartzer

FACES: Wie fühlt es sich an, als japanischer Designer in Paris zu zeigen? Siehst du starke Unterschiede zum asiatischen Modemarkt?
Mitsuru Nishizaki: Es ist schon so, dass Paris die ultimative Bühne für DesignerInnen ist und es schon immer war. Man sollte andere und auch kleinere Märkte trotzdem nicht außer Acht lassen. Gerade lokale Modenews und Szenen fühlen sich in jedem Land, egal wo, authentischer an und stoßen auf ebenso großes Interesse.

F: Fühlst du dich nach Abschluss einer Kollektion manchmal melancholisch, bevor du wieder mit dem Designprozess beginnst?
MN: Ich verspüre selten Melancholie. Meistens denke ich schon längst darüber nach, was ich hätte besser machen können. Und diese Reflexion führt mich ganz natürlich mitten in den nächsten Entwurf.

„Meine Kollektionen sind in letzter Zeit häufig von einem Gefühl der Nostalgie geprägt.“

F: Nimm uns in deinen Designprozess mit. Wie entsteht eine neue Kollektion und wie lange dauert es, bis sie fertig ist?
MN: Obwohl ich oft mit sehr vertrauten Themen beginne, sind meine Kollektionen in letzter Zeit häufig von einem Gefühl der Nostalgie geprägt. Als unsere Tochter in der Oberstufe war, habe ich auf die Schulmode zurückgeblickt, die wir damals selbst trugen. Und da die Sommer in Japan vor allem in den Städten in den letzten Jahren lang und heiß waren, habe ich mich wieder mit Vintage-Looks im maritimen Stil beschäftigt, um Wege zu finden, Mode mit einer positiven Einstellung zu genießen. Normalerweise verbringe ich etwa fünf Monate damit, über eine einzelne Kollektion nachzudenken, und dann nutze ich den einen Monat vor Beginn der nächsten Kollektion, um den Kopf frei zu bekommen und einen Gang zurückzuschalten.

F: Welches sind deine Lieblingslooks der aktuellen Herbst-Winter-Kollektion von Ujoh und warum?
MN: Die Inspiration für die FW26-Saison ging von einer einzigen Bemerkung eines japanischen Journalisten aus, der unsere Marke schon seit Langem unterstützt. Die Frage lautete: Wie schafft Ujoh seinen einzigartigen Stil? Das spiegelte genau die Herausforderung wider, die ich selbst unmittelbar nach Abschluss der SS26 Show gespürt hatte – eine Herausforderung, die in die nächste Saison mündete. Diese drei Looks sind mein Versuch, diese Frage zu beantworten: Der Look mit den durchsichtigen Spitzenärmeln und dem dazu passenden Spitzenrock, der mit einem ärmellosen Blazer mit Nadelstreifen kombiniert ist. Außerdem der Look mit asymmetrisch tailliertem Blazer sowie der mit angeschnittenem Nadelstreifen-Blazer im Oversized-Look, unter dem ein hellblaues Hemd hervorleuchtet. Aber nun steht die nächste Herausforderung schon wieder vor der Tür.

F: Ujoh hat Bühnenkostüme für das japanische Pop-Duo Dreams Come True für deren Tour entworfen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
MN: Bereits vor drei Jahren haben wir ihnen Looks für eine Musiksendung gegeben. Die haben ihnen richtig gut gefallen und zum Glück haben sie sich an uns erinnert und uns so unsere allererste Zusammenarbeit mit Musikerinnen ermöglicht.

F: An welche Art von Mensch denkst du, wenn du entwirfst? Gibt es eine typische Ujoh-Trägerin?
MN: Tatsächlich versuche ich, mir darüber möglichst keine festen Vorstellungen zu machen, um freier zu bleiben.

„Ein Label sollte genau die richtige Menge produzieren, sodass es nicht zu unnötigem Abfall kommt.“

F: Was ist dir bei der Auswahl von Stoffen am wichtigsten? Und wo beziehst du sie normalerweise?
MN: Ich habe drei Kriterien, die mir am wichtigsten sind: Die Schönheit der Silhouette, die schon im Stoffstadium erkennbar ist. Dazu gehört auch eine angenehme Haptik. Zweitens muss der Stoff mir etwas Neues bieten. Und er muss angenehm zu tragen und gleichzeitig pflegeleicht sein. Ich wäge diese Punkte ab und treffe meine Entscheidungen in dieser Reihenfolge. Alle meine Textilien werden in Japan hergestellt, und jede Saison verwende ich Stoffe, die in meiner Heimatstadt produziert werden.

F: Wie gehst du bei deinen Stoffen und in der Produktion mit dem Thema Nachhaltigkeit um?
MN: Es ist natürlich wichtig, recycelte Materialien zu verwenden und die Produktionsprozesse genau zu überprüfen. Es gibt aber noch einen wichtigeren, unterschätzten Punkt: Ein Label sollte genau die richtige Menge produzieren, sodass es nicht zu unnötigem Abfall kommt.

F: Was würdest du an der Modebranche sofort ändern, wenn du könntest?
MN: Wenn es eine Sache gäbe, die ich ändern möchte, dann wäre es, das Tempo zu drosseln und mir die Zeit zu nehmen, jeden einzelnen Moment in vollen Zügen zu genießen.

UJOH
Nach sieben Jahren bei Yohji Yamamoto war es höchste Zeit für etwas eigenes: 2009 gründete Mitsuru Nishizaki zusammen mit Partnerin Aco Nishizaki das Label Ujoh. Mit Schnitten, die bis ins letzte Detail durchdacht sind und Stücken, die schier endlose Kombinationsmöglichkeiten erlauben, trifft jede Ujoh-Kollektion den Nerv aller, die sich nicht einfach anziehen, sondern stylen möchten. Seit 2021 hat Ujoh einen Platz auf dem Stundenplan der Pariser Fashion Week.
ujoh-official.com

 Fotos: © Ujoh

Tags: Aco NishizakiMitsuru NishizakiUjoh
Josefine Zürcher

Josefine Zürcher

VERWANDTE ARTIKEL

Lululemon: Vienna Calling
FASHION

Lululemon: Vienna Calling

On the Beach: WHITE Milano widmet sich der Resortwear
FASHION

On the Beach: WHITE Milano widmet sich der Resortwear

Podcasterin und Influencerin Riccarda Greco im Interview
FASHION

Podcasterin und Influencerin Riccarda Greco im Interview

Schauspielerin Lary Müller im Interview
FASHION

Schauspielerin Lary Müller im Interview

Load More

POST GALLERY

Black Street StyleBlack Street Style

FACES FASHION EDITORIALS

THE BREWERY by BRIGITTE AESCHBACH

KEYWORD SEARCH

Arket (27) Balenciaga (33) Beauty (27) Berlin (36) Bottega Veneta (40) Calvin Klein (32) Calzedonia (27) Cartier (32) Chanel (91) COS (37) Dior (64) Dolce & Gabbana (27) Dries van Noten (29) Editorial (43) Emporio Armani (27) Etro (28) Falke (44) Fall/Winter 2026/27 (36) Fashion (131) Fashion, (28) Fashion Week (35) Fendi (36) Ferragamo (35) Gucci (96) Guess (25) H&M (26) Herbst/ Winter 2026/27 (31) Hermès (28) homepage (118) Interview (96) Isabel Marant (34) Issey Miyake (28) Jimmy Choo (31) Louis Vuitton (76) Max Mara (41) Miu Miu (34) Prada (73) Saint Laurent (38) Sportmax (33) Swarovski (32) Uhren (36) Versace (33) Wolford (27) Zara (29) Zürich (94)
  • Kontakt
  • Impressum
  • Nutzungsbedingungen
  • FACES Card
  • ADVERTISING & COOPERATION

© 2025 FACES MEDIA GROUP

de-ch
No Result
View All Result
  • Home
  • FASHION
    • FASHION EDITORIALS
  • BEAUTY
  • LIVING
    • EVENTS
  • TRAVEL
  • CULTURE
  • EAT & DRINK
  • WETTBEWERBE
  • FACES
    • Faces Magazin abonnieren
    • FACES Newsletter
    • JOBS
    • ADVERTISING & COOPERATION
    • Impressum

© 2025 FACES MEDIA GROUP