So viele Uhren, so wenig Zeit. Wobei, Zeit ist ja nur ein Konstrukt. Wir nehmen uns also so viele Sekunden, Minuten oder gar Stunden, wie wir wollen, um die schönsten und spannendsten News der diesjährigen Watches & Wonders zu betrachten.
Innovation
Keine Zeit,um Sekunden zu zählen
Gute Neuigkeiten für alle ExistenzialistInnen, die beim Anblick eines tickenden Sekundenzeigers angesichts der voranschreitenden Zeit und der damit einhergehenden eigenen Vergänglichkeit Herzflattern kriegen (aber trotzdem gerne eine Omega-Uhr tragen wollen): Die „Constellation Observatory“-Kollektion kommt ohne Sekunden-zeiger aus, besteht aber trotzdem alle wichtigen Prüfungen. „Bislang war für die Präzisionszertifizierung ein Sekunden-zeiger erforderlich. Durch die Entwicklung einer neuen akustischen Testmethode ist diese Anforderung nun hinfällig geworden“, erklärt Raynald Aeschlimann, Präsident und CEO von Omega. Zum ersten Mal in der Geschichte der Uhrmacherkunst hat eine Zweizeigeruhr mit Stunden- und Minuten-zeiger die Master-Chronometer-Zertifizierung erhalten. omegawatches.com

Nice to Have
Better, stronger, smaller
Groß denken heißt manchmal, sich zu verkleinern. Das haben nicht die Götter der Uhrenphilosophie erdacht, sondern wir, als wir die neue „Octo Finissimo 37“ von Bulgari erspäht haben. Die wurde, wie der Name sagt, auf einen Durchmesser von 37 mm reduziert „Die Octo Finissimo 37 ist für uns eine neu gedachte, leere Leinwand. Durch die Verkleinerung ihres Durchmessers haben wir einen Raum geschaffen, in dem sich Kreativität in ihrer reinsten Form entfalten kann“, sagt Fabrizio Buonamassa Stigliani, Executive Director Product Creation bei Bulgari. Das Innenleben bleibt beeindruckend: In der „Octo Finissimo 37“ tickt ein neu entwickeltes Uhrwerk mit einer Gangreserve von 72 Stunden. bulgari.com

Emotional
Gut gealtert
Auf Latein bedeutet Patina wortwörtlich dünne Schicht. Das ist sie ja auch, wenn man von Gebrauchsspuren auf Kunst oder Objekten spricht. Emotional bedeutet Patina aber viel mehr: Reife, Vergänglichkeit, Schönheit im Unvollkommenen. Die „Mille Miglia Classic Patina“ von Chopard erinnert mit ihrem technisch gealterten Gehäuse an die Patina der Karosserie historischer Rennwagen. Am schönsten sind unsere Lieblingsobjekte eben erst dann, wenn man ihnen ansieht, wie lange wir sie schon besitzen und wie gerne wir sie mögen. chopard.com

Anniversary
Ab aufs Wasser
Wer sich in einem Zoo mit ausladender Aquarienlandschaft wiederfindet, könnte einen Blick auf den Nautilus Pompilius erhaschen, ein hübsches Unterwasserwesen, das aussieht wie eine Mischung aus Tintenfisch und Schnecke und auch als Perlboot bekannt ist. Eigentlich heißt Nautilus ganz einfach Seefahrer, abgeleitet vom griechischen Wort „naus“, was Schiff bedeutet. UhrenkennerInnen verbinden mit dem Wort Nautilus aber nur eines: Die gleichnamige ikonische Uhr von Patek Philippe, die dieses Jahr ihren fünfzigsten Geburtstag feiert. Vor einem halben Jahrhundert war die „Nautilus“ ein richtiger Rebell: Stahl für das Gehäuse war eine unübliche Wahl für Luxusuhren und auch bei der achteckigen, von Schiffsbullaugen inspirierten Lünette schlug sie neue Wege ein. Und beeindruckte mit einer Wasserdichtigkeit von 120 Metern. Nun wird der Geburtstag mit vier neuen Versionen in limitierter Auflage gefeiert. patek.com

Schwerelosigkeit
Aufs Wesentliche reduziert
„Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann“, sagte der französische Pilot und Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry einst. Was lernen wir daraus? Immer schön seine Inspiration bei den kreativen Köpfen dieser Welt holen, und nicht etwa bei ChatGPT. Richard Mille nahm sich dieses Zitat für die neue „RM 55-01 Manual Winding“ zu Herzen. Deren Kaliber RMUL4 wiegt weniger als fünf Gramm. Egal, welche der drei Ausführungen man wählt – Carbon TPT®, weißes Quarz TPT® und graues Quarz TPT® – ein Statement ist dieser Zeitmesser sowieso. richardmille.com

Nostalgia
Swinging back to the sixties
Was ist eigentlich die vollkommenste Zahl? Wir finden: 60. Immerhin ticken 60 Sekunden in einer Minute und 60 Minuten füllen eine Stunde. Und: Die Sechziger waren eine schöne Dekade. Von den Swinging Sixties ist auch die „Sixtie“ von Piaget inspiriert. Mehr Schmuck als Uhr symbolisiert sie eine nostalgische Leichtigkeit. Dieses Jahr kommt sie in neuen, blauen Versionen daher – eine Farbe, die man auch in den Sechzigern oft sah. piaget.com


Big Bang
Starpower
„Trust yourself“, steht da filigran in der Lünette exakt bei sechs Uhr eingraviert. Das entspricht dem Lebensmotto von Starkicker Kylian Mbappé, der seit einer Dekade Fußballrekorde knackt. Er ist der erste Spieler seit Pelé, der vor seinem 24. Geburtstag sieben WM-Tore erzielte und düst auch mal mit 38 km/h über den Rasen. Das schafft er mit Talent, Fleiß und Durchhaltevermögen. Letzteres braucht man auch, wenn man ansteht, um eine „Big Bang Reloaded Kylian Mbappé“ von Hublot zu ergattern. Der Zeitmesser ist nämlich auf 200 Stück limitiert. hublot.com

Vorsprung
The hours are jumping by
Die Zeit rast, äh, springt. Und zwar mit Ziffern statt traditionellen Zeigern, die alle 60 Minuten einen Sprung nehmen. Zumindest macht das die „Neo Frame Jumping Hour“ von Audemars Piguet so. Dieses brandneue Stück ließ sich von alten Zeiten inspirieren: Das System der springenden Stunde tauchte erstmals um 1650 in Nachtuhren auf und wurde im 18. Jahrhundert für Taschenuhren adaptiert, um die Ablesbarkeit zu verbessern. Armbanduhren mit springender Stunde verloren mit Beginn des Zweiten Weltkriegs an Bedeutung, erlebten jedoch in den 1960er- und 1970er-Jahren während der Space-Age-Design-Ära eine Renaissance. In den Neunzigern begann Audemars Piguet, diese Komplikation mit Minutenrepetitionen zu kombinieren, und das Comeback gelang erst recht. Die „Neo Frame“ hat das erste Automatikwerk der Manufaktur mit springender Stunde, das Kaliber 7122. Und weil Ästhetik ebenso wichtig ist wie komplizierte Uhrwerke, kommt das Gehäuse in edlem Roségold und Saphirglas daher. audemarspiguet.com



We Love
Höchste Zeit, das Geheimnis zu lüften
Während man auf Social Media bloß nicht in die Oversharing-Falle treten sollte, gelten in der Horlogerie andere Regeln. Geheimnisse dürfen gerne gelüftet werden. Wir fragen uns doch alle, was da bloß im Innern einer Uhr vorgeht. Das findet auch Hermès und stellt die Architektur des Uhrwerks in den Mittelpunkt. Die „Slim d’Hermès Squelette Lune“ wird angetrieben vom Uhrwerk H1953 und folgt dem Mondzyklus der nördlichen und südlichen Hemisphäre. Ob wir völlig die Zeit vergessen beim Beobachten des Zifferblatts, das uns mitten ins Uhrwerk nimmt? Keine Frage. Ob wir endlich verstehen, wie das Ganze funktioniert? Sagen wir’s mal so: Manches darf Mysterium bleiben. hermes.com

Materialkunde
Keramikkunst
Beim Wort Keramik denkt man erst mal an dekorative Vasen. Oder vielleicht an all die Cafés, in denen man seine eigenen Keramikstücke bemalen kann, die gerade wie Pilze aus dem Boden schießen. Rado hingegen denkt an Uhren. Vor vierzig Jahren führte die Schweizer Marke mit der „Integral“-Uhr Hightech-Keramik in die Welt der Uhrmacherkunst ein und machte sich das glatte, strapazierfähige Material zum Markenzeichen. Und festigte damit das Motto der Gründer-Gebrüder Ernst, Fritz und Werner Schlup: „Wenn wir es uns vorstellen können, können wir es auch verwirklichen. Und wenn wir es verwirklichen können, werden wir es auch tun.“ rado.com



New Edition
Hier wird eine Farblektion erteilt
Taupe ist französisch und bedeutet Maulwurf. In der Welt der Farben ist Taupe ein dunkles Graubraun, wie das Fell eines Maulwurfs eben. Auf dem Farbkreis liegt dieses Graubraun zwischen Rot und Gelb. Nun, da wir alle auf dem gleichen Stand sind, was Farb- und Sprachlehre angeht: Das Zifferblatt der neuen „Sport Classic“ von Ebel ist – Taupe natürlich. Die charakteristischen Wellen am Armband bleiben auch diesem Modell erhalten. ebel.com

Superwatch
Frisch überarbeitet
Trägt Superman eigentlich eine Uhr, oder weiß er sowieso immer, wie spät es gerade ist? Vielleicht spielt Zeit eh keine Rolle im DC-Universe. Henry Cavill jedenfalls trägt eine HydroConquest. Ob er darum wohl seine Rolle als Superman aufgegeben hat? Die Filmindustrie munkelt, da sei etwas mehr Drama am Start gewesen. Zurück zur Horlogerie: Longines hat seine „HydroConquest“-Kollektion überarbeitet. Nun ist sie in Größen von 39 mm und 42 mm erhältlich, mit vier neuen Zifferblattvariationen und fünf verschiedenen Farben für die Keramiklünette. longines.com

Verspielt
It’s time to play
Egal ob Jasskarten, Schachbrett oder der gute alte Game Boy – fürs Spielen ist man nie zu alt. Das findet auch Chanel. Die „Coco Game“-Kollektion umfasst 14 Timepieces; von der Kette mit versteckter Mini-Uhr bis zum regulären Zeitmesser ist alles dabei. Was sich wie ein roter Faden durch das verspielte Cocoversum zieht: Ein verpixeltes Figürchen von Mademoiselle Coco, das man sogar als Charm an eine Uhr hängen kann. Was waren nochmals diese Labubus? Ob es bald auch ein virtuelles Spiel gibt, bei dem man als Coco durch die Modewelt zocken kann? Wir melden fix unser eigenes Patent an, bevor uns jemand die Idee klaut. chanel.com

Einsatzbereit
Robust & Retro
In unserer perfekten rosaroten Traumwelt gibt’s kein Militär, denn dort gibt’s auch keinen Krieg. In der echten Welt leider schon. Wir reden aber eigentlich schon lieber über Uhren als über die Armee. Tatsächlich berühren sich diese beiden Themenbereiche: Früher entwickelte Panerai im Verborgenen Zeitmesser und Instrumente für die königliche italienische Marine. Jetzt sind die Uhren eher für den kleinen Luxus im Alltag gedacht. Der Ästhetik kann man die Vergangenheit aber noch ein kleines bisschen ablesen: Die neuen „Luminor“-Modelle sind nicht nur inspiriert von ihren Vorgängermodellen, sondern sind ebenso leistungsstark und bereit für Abenteuer. panerai.com

Icon
The world is your oyster
Was haben eine Auster und eine Uhr gemeinsam? Vielleicht ihren Wert, sollte die Muschel gerade eine unbezahlbare Perle produzieren. Vor hundert Jahren brachte Hans Wilsdorf die beiden etwas näher. Indem er die legendäre „Oyster“ für Rolex kreierte, mit vollständig wasser- und staubdichtem Gehäuse. Das heißt, sie konnte wie ihre Namensgeberin einige Zeit unter Wasser verbringen. Ein Jahrhundert später ist das Wort Oyster schon fast ein Synonym für Rolex, und die „Oyster“-Familie wächst noch immer. rolex.com




Präzision
Komplexer Name, komplexe Technik
Der Name dieses neuen Zeitmessers von Jaeger-LeCoultre ist mindestens so komplex wie das, was in ihm vorgeht: „Master Hybris Inventiva Gyrotourbillon à Stratosphère“. Dieser Uhr wohnt nämlich eine dreiachsige Tourbillon-Konstruktion des Kalibers 178 inne, die für mehrere Patente angemeldet wurde. Das macht sie zur präzisesten Armbanduhr mit Tourbillon, die je von Jaeger-LeCoultre entwickelt wurde. Was es mit dieser Mehrachsigkeit des Tourbillons auf sich hat? Weil Armbanduhren ununterbrochen den Bewegungen der TrägerIn folgen, ist UhrmacherInnen bewusst, dass mehrachsige Tourbillons die Auswirkungen der Schwerkraft auf die Ganggenauigkeit wesentlich umfassender neutralisieren als ihre einachsigen Pendants. 2004 stellte Jaeger-LeCoultre darum das erste Gyrotourbillon vor und legte damit den Grundstein zu einer bahnbrechenden Serie an mehrachsigen Tourbillons. jaeger-lecoultre.com



Geschmeidig
Sleek like silk
Nineties-Chic, Smokey Eyes, alles eng und glitzern: Dank dem Einstieg von Demna als Creative Director stand Gucci zu recht im Mittelpunkt der Mailänder Fashion Week. Und während wir es niemandem verübeln, dass sie die Augen nicht von Kate Moss und Emily Ratajkowski lösen können, weisen wir freundlich darauf hin, dass dem Hause Gucci nicht nur High Fashion, sondern auch High Watchmaking entspringt. Neu dieses Jahr: Vier Modelle der „Métiers d’Art“-Kollektion und eine neue Version der „Gucci 25H“. Mode wird aber auch im Uhrenuniversum von Gucci nicht links liegen gelassen. Die „Métiers d’Art“ zieht ihre Inspiration aus den Seidenschal-Designs aus dem Archiv. gucci.com

Liebling
Tolles Trio
Tortue, Tank Normale und Crash: In naher Zukunft wird das vielleicht eine ganz normale Babynamen-Auswahl für Drillinge sein. Jetzt aber sind die Namen drei der charakteristischsten Uhrenformen von Cartier vorbehalten. Die zehnte Cartier Privé Edition rückte diese erneut ins Rampenlicht. Die skelettierte „Crash“, die aussieht, als hätte Salvador Dalí höchstpersönlich sie skizziert, die „Tank Normale“ mit siebenreihigem Platinarmband und die „Tortue“ mit ihrem römischen zwölf in Übergröße – alle drei beweisen, dass Uhren dann am schönsten werden, wenn man künstlerisch denkt. cartier.com

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